Schwedisch gehört wie Deutsch zur germanischen Sprachgruppe, deshalb ist es nicht verwunderlich, dass einem das eine oder andere Wort sehr vertraut ist. Wer in einem Restaurant in Are zum Nachtisch „Pannkaka“ bestellt, bekommt, das ist keine Überraschung, Pfannkuchen.
Andreas Wellinger wurde Olympiasieger auf der „Hoppbacka“, der Sprungschanze, und im WM-Ort gibt es immer noch Plakate mit „Välkommen“, obwohl die ersten Athleten Are schon wieder verlassen haben.
Aber nicht alles bedeutet das, wonach es klingt. Im Zentrum von Are gibt es ein „Affärshus“, und wer sich nun darüber bei Schweden empört, dass sich mitten im Ort ein Rotlichtetablissement befindet, muss damit rechnen, ausgelacht zu werden. Denn dieses Affärshus ist einfach nur ein Einkaufszentrum, in dem es „Mössa“, Mützen, und „Glödlampor“, Glühbirnen, zu kaufen gibt.
„Öl“ allerdings wird man dort vergeblich suchen. Das gibt es ein paar Meter weiter im Supermarkt, jedoch nicht im Regal für die Zutaten zu Salatsoßen. „Öl“ ist das schwedische Wort für Bier, das es hier oft in der „Burk“, der Dose, zu kaufen gibt.
Die besten Chancen, in Are Medaillen zu gewinnen, hat, wer „snabbt“ den Berg hinunterfährt. „Snall“ dagegen ist in diesem Fall nicht wichtig, weil „snabbt“ schnell bedeutet und „snall“ nett. Der „Snalltag“, der am „Tagstationen“, Bahnhof, in Are abfährt, ist also der nette Zug und auf keinen Fall der Eilzug. Wer „Bären“ sieht, muss sich nicht fürchten, denn es handelt sich um Beeren, bei dem Anblick von „Björnen“ hingegen sollte man auf der Hut sein.
Als Frau lässt man am besten die Finger von einem Mann, wenn er „gift“ ist, dann ist er nämlich verheiratet. Dass aber eine schwedische Journalistin eifrig nickte, als sie der Kollege fragte: „Vill du fika med mig“ , war ein bisschen irritierend. Die Aufklärung folgte schnell. Es handelte sich nicht um einen unsittlichen Antrag. Der junge Mann wollte einfach nur mit der Frau zum Kaffeetrinken gehen. Elisabeth Schlammerl