RUND UM DIE WM

Shiffrin sieht sich nicht in Vonn-Rolle

von Redaktion

Der Rekord-Olympiasieger Kjetil Andre Aamodt hat das bevorstehende Aus der alpinen Kombination kritisiert. „Wir verlieren die älteste Tradition im Skisport, das Allround-Skifahren“, sagte der Norweger gestern in Are. „Bei den ersten Olympischen Spielen gab es nur in der Kombination Medaillen. Man braucht ein Profil, wenn man am Start steht. Man bringt den Sport nicht weiter, wenn es nur noch Spezialisten gibt, wenn du neunmal im Jahr im Slalom antrittst. Aber wenn du 40 Mal im Jahr startest, dann baust du den Sport auf.“ Aamodt war von Beginn der 1990er Jahre an bis 2006 einer der besten und vielseitigsten Rennfahrer, mit vier Olympiasiegen und vier weiteren Medaillen ist er zudem Rekordhalter im alpinen Skirennsport. Der heute 47-Jährige räumte zwar ein, dass die Resonanz der Disziplin über deren Fortbestand entscheiden müsse. Sollte das Interesse also eher dem Parallel-Event als der Kombi gelten, „dann bin ich dabei“. Er selber aber habe just zum Wettkampf aus Abfahrt und Slalom eine besondere Beziehung. „Die Kombinations-Medaillen waren tatsächlich am härtesten zu gewinnen“, sagte er. „Und da war ich am glücklichsten.“ Am Montag war der Franzose Alexis Pinturault der womöglich letzte Kombinations-Weltmeister geworden. Das Council des Ski-Weltverbands FIS berät heute über die Zukunft der umstrittenen Disziplin.

Super-G-Weltmeisterin Mikaela Shiffrin sieht sich nach dem Rücktritt ihrer Teamkollegin Lindsey Vonn nicht in der Rolle des neuen Superstars der Ski-Szene. „Vielleicht wachse ich da rein, aber derzeit bin ich damit beschäftigt, meinen eigenen Kalender auszubalancieren und so gut skizufahren wie ich kann“, sagte die 23-Jährige. „Mein großes Ziel ist nicht, ein Drama zu machen, sondern im Starthaus bereit zu sein für den Sieg.“ Es sei wichtig, dass es im Sport auch Show gibt. „Es gibt immer Sportler, die dazu mehr in der Lage sind, als andere. Ich würde gerne glauben, dass es reicht, wenn man eine nette Person ist, ein guter Athlet und Erfolg hat, um den Sport zu promoten. Aber das stimmt leider nicht. Es braucht Drama, Aufregung, richtig große Persönlichkeiten“, erklärte sie. „Ich fühle mich nicht als sei ich das Gesicht des Skifahrens. Ich denke mehr darüber nach, was ich zu Mittag esse.“

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