Köln/München – Zehnter Sieg in Folge, das 7:2 über Nürnberg am Freitagabend hatte für den EHC München Vereinsrekord bedeutet. Die Marke hielt nur zwei Tage, denn München legte den elften Dreier in Folge nach: ein eindrucksvolles 6:1 (1:1, 1:0, 4:0) in Köln. Plus gute Kunde aus Wolfsburg: Dort verlor Spitzenreiter Manneim mit 3:5, wodurch München nur noch vier Punkte entfernt ist.
Die Kölner Haie waren in der Lage, nach dem Aufschwung der vergangenen Wochen (unterbrochen von der 4:7-Klatsche am Freitag in Straubing) und dem Trainerwechsel (Dan Lacroix statt Peter Draisaitl) ihre Arena am Sonntagnachmittag zu füllen. 18 000 Zuschauer, eine Playoff-Kulisse. Für die Münchner ein wunderbarer Test: Anspielen gegens Publikum.
„Wenig Chancen auf beiden Seiten“, zog EHC-Kapitän Michael Wolf nach zwei Dritteln ein Zwischenfazit bei Magentasport. Momente von Klasse entwickelte das Spiel aber in Sachen Tempogegenstöße. In wenigen Sekunden übers ganze Feld – Treffer. Passierte so beim 1:0 für Köln, beim 1:1 und bei der Münchner 2:1-Führung. Und noch einmal bei viertem und fünftem Treffer der Bayern.
In der 2. Minute spritzte Lucas Dumont in einen Pass des Münchners Mark Voakes, lief dem gesamten EHC davon und jagte den Puck an Danny Aus den Birken vorbei ins Netz – 1:0. Ein Zentimeterchen fehlte den Haien zum 2:0. Da ergab die Sichtung des Videomaterials durch die Schiedsrichter, dass EHC-Verteidiger Aulie den Puck auf der Linie des Münchner Tores abgefangen hatte.
Ähnlich wie Dumonts 1:0 war das 1:1 durch Frank Mauer ein feiner Konter mit sicherem Abschluss. Spektakulär dann das 2:1 für den EHC München. In Unterzahl ist er brandgefährlich. Den Kölnern rutschte eine Scheibe durch, Patrick Hager erkannte die Situation, blockte seinen Gegenspieler ab und servierte für den Kollegen Wolf, der die Scheibe unters Kölner Tordach zauberte (37.). „Im Training macht er so was öfter, jetzt auch im Spiel“, lobte Wolf seinen Zuarbeiter. Dieser Treffer fraß sich in die Kölner Seele.
Danach funktionierte auch das Münchner Überzahlspiel, Michael Wolf und John Mitchell erhöhten zügig auf 4:1, Andy Eder sorgte mit einem Coast-to-coast-Solo übers ganze Feld für ein Glanzstück, Ehliz gelang sein 100. DEL-Treffer. Das 6:1. gük