Am Freitagabend in Augsburg hat Mats Hummels noch eine kurze Geschichte erzählt. Irgendwann in der letzten Saison, sagte er, habe Jupp Heynckes, damals noch sein Trainer, zu ihm gesagt: „Ich schone dich nicht mehr vor wichtigen Spielen.“ Das erleichterte Hummels, denn: „Ich lebe von meinem Rhythmus, das habe ich schon immer getan. Ich bin am besten, wenn ich viel spiele.“ Er sagte: „Das haben meine Trainer mit der Zeit immer erkannt.“
Sein neuer Trainer Niko Kovac, das zeigte sich am Freitag, sieht das inzwischen auch so. In Augsburg spielte Hummels durch – vier Tage vor dem wichtigen Spiel in Liverpool. Weil Jerome Boateng fehlt, ist Kovac ohnehin auf Hummels angewiesen. Den Spielaufbau beherrscht er besser als die anderen Bayern-Verteidiger, eine Fähigkeit, die in Liverpool, wo die Abwehrspieler früh unter Druck gesetzt werden, besonders wichtig sein wird. Doch in der Defensive muss sich Hummels cleverer verhalten. In Kontersituationen rückt er oft früh aus der Viererkette heraus, um den Ballführenden anzugreifen. Wenn das klappt, sieht das gut aus, in Leverkusen führte das zu zwei Gegentoren. cfm