Bad Tölz – Abstiegsrunde, wie in der Vorsaison. So viel steht fest nach dem Wochenende, an dem die Tölzer Löwen zwei Favoriten ärgerten: Am Freitag beim 3:4 in Frankfurt fehlte nicht viel zu einer Überraschung gegen den Spitzenreiter. Und am Sonntag im Heimspiel gegen den Tabellendritten aus Weißwasser sicherten sie sich dank unermüdlichem Einsatz und solider Abwehr mitsamt starkem Torwart einen 4:3-Sieg nach Verlängerung.
Die Leistung und die Entwicklung der Mannschaft lassen für die Playdowns hoffen. Die Löwen, die immer schon ein starker Zusammenhalt auszeichnete, adaptieren nun auch das Spielsystem des neuen Trainers Scott Beattie immer besser. Schnörkelloses Eishockey, munter nach vorne, gutes Powerplay – hier überzeugt auch Neuzugang Tyler Gron –, und seit neuestem Fortschritte im eigenen Drittel und Effizienz im Abschluss.
Vor allem die neu zusammengestellte erste Sturmreihe beeindruckt, gegen Weißwasser sorgten Andreas Pauli, Lubor Dibelka und Goldhelm Stephen MacAulay für alle vier Treffer. Die Umstellung ist aus der Not geboren. Kapitän Philipp Schlager und Hannes Sedlmayr, die zuvor mit Dibelka im ersten Block spielten, fallen verletzt und krank aus. In der Abwehr lässt Routinier Andreas Schwarz (Knieverletzung) auf sich warten.
Weil Importstürmer Kyle Beach, bis zu seiner Knöchelverletzung und darüber hinaus Topscorer der Löwen, auf unbestimmte Zeit fehlt, ist Tölz auf dem Transfermarkt tätig geworden. In letzter Sekunde gelang die Verpflichtung des Kanadiers Jordan Hickmott (28) vom EHC Linz aus der österreichischen EBEL. Ein Mittelstürmer, der eine Schulterverletzung samt OP auskuriert hat, und genau die Anforderungen der Tölzer erfüllt: Rechtsschütze, Center, zweikampfstark, robust, torgefährlich, aber auch einer, der nach hinten arbeitet. „Ich habe ihn in Nordamerika in der Universitätsliga WHL gesehen. Er ist ein sehr guter Spieler“, sagt Beattie. Mit ihm und den Rückkehrern scheinen die Löwen gut gerüstet für die letzten vier Vorrundenspiele und die Abstiegsrunde. NICK SCHEDER