München – Die alpinen Kollegen haben mit einer Silbermedaille in Are nicht viel Schwung geben können. Der heute beginnenden Nordischen Weltmeisterschaft in Seefeld geht man beim Deutschen Skiverband dennoch mit Zuversicht entgegen. Kein Wunder, bei der letzten Auflage 2017 in Lahti räumten die DSV-Athleten elf Medaillen ab. „Das wird wahrscheinlich nie mehr zu erreichen sein“, sagte Sportchef Horst Hüttel. Doch sieben bis acht Mal Edelmetall sollen es schon sein.
Skispringen
Willingen kam zur rechten Zeit. In drei Wettbewerben auf der Mühlenkopfschanze sprangen Karl Geiger, Markus Eisenbichler und die Mannschaft dreimal aufs Podium. Doch hinter den beiden, wird Bundestrainer Werner Schuster vor allem den deutlichen Formaufschwung von Richard Freitag zur Kenntnis genommen haben. Und das nicht nur weil der zuvor schwächelnde Sachse in Normalform bei der Abschieds-WM von Bundestrainer Werner Schuster die deutschen Karten im Teamwettbewerb deutlich aufbessert. Freitag kehrt am Innsbrucker Bergisel, wo die Sprungwettbewerbe am Samstag mit dem Einzelwettbewerb ihren Anfang nehmen, auf eine Schanze zurück, auf der er schon einmal gewonnen hat. 2015 nämlich.
Und wenn es nicht klappen sollte, dann sind da ja immer noch die Frauen. Die haben in Seriensiegerin Maren Lundby (8 Siege in den letzten 9 Springen) zwar eine mächtige Gegenspielerin. Doch 24 Podestplätze in bislang 20 Saisonspringen sind unerreicht. Mit Katharina Althaus, Juliane Seyfarth und Carina Vogt Bauer gleich drei Springerinnen in den Top-5 des Weltcups in seinen Reihen. Trifft sich gut, dass der Weltverband FIS diesmal neben Einzelspringen und Mixed auch einen Teamwettbewerb ins Programm aufnahm. Vor allem auf die Frauen dürfte auch in Seefeld Verlass sein.
Prognose: 5 Medaillen
Nord. Kombination
Bei den letzten fünf Großereignissen waren sie die große Medaillenbank des Deutschen Skiverbands. Das war auch vor einem Jahr bei den Olympischen Spielen in Pyeongchang so. Nach zuvor durchwachsener Saison räumten Johannes Rydzek, Erik Frenzel & Co alleine fünf Mal Edelmetall ab. „In diesem Winter sind wir näher dran“, sagte Bundestrainer Hermann Weinbuch. Alleine: Mit dem jungen Norweger Jarl Magnus Riiber und den beiden Österreichern Franz-Josef Rehrl hat man gleich drei Rivalen, die auf der Schanze weit enteilt sind. Daran haben Weinbuch und sein Assistent Ronny Ackermann das Team zuletzt feilen lassen. Beim Trainingslager in Oberstdorf durften sich die Athleten mit großen Anfahrtsgeschwindigkeiten das Gefühl für weite Flüge holen. In Partenkirchen wurde der Anlauf dann sukzessive wieder gedrosselt. Weinbuch hat das immerhin gut genug gefallen, dass er bei seinem Standardziel der letzten Großereignisse bleibt: „Wir wollen drei Medaillen.“ Dabei muss es in den vier Wettbewerben nicht bleiben.
Prognose: 4 Medaillen
Skilanglauf
Auf den ersten Blick scheint es eine Formentwicklung wie gemalt: Ausgerechnet bei der WM-Generalprobe in Cogne sprintete Sandra Ringwald nur hauchdünn am Sieg vorbei – und das am 49. Geburtstag von Bundestrainer Peter Schlickenrieder. Doch die Sache hatte einen Haken: In Cogne waren vor allem die Teams aus Norwegen und Schweden nicht mit ihrem besten Personal am Start. Und doch nehmen Schlickenrieder und Kollegen Erfolgserlebnisse wie auch den Überraschungssieg von Janosch Brugger zu Saisonbeginn gerne mit. Und sei es nur als Bestätigung, dass der von Schlickenrieder eingeschlagene Weg der richtige ist. Seefeld selbst wird für das junge deutsche Team noch ein Turnier zum Lernen. Zumal mit Lucas Bögl und Jonas Dobler zwei feste Größen ausgerechnet in der heißesten Phase der WM-Vorbereitung krankheitsbedingt fehlten. „Mit den Medaillen haben wir nichts zu tun“, sagte Schlickenrieder (siehe Interview unten). – Plätze im Dunstkreis der ersten acht werden schon das höchste der Gefühle sein.
Prognose: 0 Medaillen