Herr Schlickenrieder, Ihre Planungen sind ja eher langfristig, auf die Weltmeisterschaft 2021 in Oberstdorf gerichtet. Welche Rolle spielt auf diesem Weg Seefeld?
Peter: Schlickenrieder: Wenn man sich das alles hier so anschaut – das ist absolut top. Das wird eine geile WM, ein richtiges Langlauffest. Sportlich können wir die WM noch nicht an Platzierungen messen, um Medaillen können wir definitiv nicht mitkämpfen. Aber wir können den nächsten kleinen Schritt nach vorne machen.
Kleine Schritte klingen nach einer Geduldsprobe. Fällt das schwer?
Man kann die Welt nicht in drei Tagen erschaffen, wenn der liebe Gott sieben gebraucht hat. Aber ja, das muss ich schon zugeben, das fällt sehr schwer. Jedoch hilft mir meine ehemalige Tätigkeit als ehrenamtlicher DSV-Vizepräsident. Da ist alles noch langsamer gegangen. Ich habe mich selbst in meiner Karriere am meisten entwickelt als ich das Heft für mich selbst in die Hand genommen habe. Diese Eigenständigkeit versuche ich den Athleten auch zu vermitteln.
Kommt die Botschaft im Team an?
Ja, schon. Das sieht man jetzt auch bei dieser WM. Sebastian Eisenlauer und Janosch Brugger sind einen Tag früher angereist als ausgemacht, um hier schon erste Einheiten zu absolvieren
Wobei der WM-Ort Ihnen schon vertraut sein dürfte.
Ja, klar. Da profitieren wir natürlich von der räumlichen Nähe. Wir waren im Sommer und im Winter schon mal da. Für uns ist die Road to Seefeld ja auch eine Road to Oberstdorf. Das haben wir im Sommer schon mal verdeutlicht und sind mit den Rädern vom Haus des Skis nach Seefeld gefahren und haben die Strecken angeschaut und das Hotel kennen gelernt. Da hat dann auch Tobi Angerer vorbeigeschaut und aus seinen Erfahrungen erzählt. Danach sind wir dann auf einer langen Etappe über 180 Kilometer nach Oberstdorf weitergefahren.
Wann wäre diese Weltmeisterschaft denn eine gute WM?
Wenn jeder in Seefeld seine beste Leistung erreicht oder verbessert. Und dann die entsprechenden Erfahrungen mitnimmt, die man braucht um den nächsten Schritt in der Entwicklung zu gehen. Und Seefeld ist ja auch eine Art Heim-WM. Da kann jeder schon sehen, was uns in Oberstdorf erwartet.
Interview: Patrick Reichelt