„Wer des Tor schiaßt, darauf kimmt’s ned o“

von Redaktion

Mundart-Interview mit dem Löwen-Stürmer Markus Ziereis, der aus der Oberpfalz stammt

München – Für Fans eines bodenständigen TSV 1860 war der vergangene Montag ein guter Tag: Beim hart erkämpften Heimsieg gegen Aalen (2:1) standen acht Profis in der Startelf, die bereits im Aufstiegsjahr dabei waren – und auch der Freistaat-Faktor war beachtlich. Von Marco Hiller (Fürstenfeldbruck) über Felix Weber (Ohlstadt), Phillipp Steinhart (Dachau) und Stefan Lex (Erding) bis hin zu Eric Weeger (Mittelfranken) und Nico Karger (Oberfranken) waren etliche Gegenden Bayerns abgedeckt – sogar der Oberpfälzer Markus Ziereis, 26, stand erstmals nach seiner Knieverletzung in der Startelf. Unser Interview mit dem in Roding geborenen Angreifer – anlässlich des „Internationalen Tages der Muttersprache“ in bairischer Mundart.

Markus, wos host da denkt am Montag, wia da Prince Owusu des 2:1 gschossn hod? „Jawoi“ oder „Zef…, ausgrechnet mei Konkurrent“?

Gfluacht hob i ned, im Gegenteil – i hob mi genauso gfreid wia olle andern. Der Sieg war so wichtig für uns, wer des Tor schiaßt, darauf kimmt’s ned o. Da Teamgedanke steht im Vordergrund.

Ihr hätt’s n ja fast dabazt, den Prinz Ossi…

Ja, mir ham uns vor lauter Freid olle auf eam drauf gschmissn, des war uns wurscht, ob der no Luft griagt oder ned. Er is wieder aufgstandn, oiso bassd ois.

Siem Punkte Vorsprung habt’s jetz aufn ersten Abstiegsrang. Is da Kas bissn für heier?

Na na, mia ham uns a guade Basis gschaffa fürs nächste Spui in Cottbus, mehra ned. Bissn is bei uns no gor nix.

Dei Ehefrau, de Reiter Evi, arbeit bei da Mittelbayerischen Zeitung ois Videoreporterin. Hod’s da scho wos beibrocht im Umgang mit de Medien?

Freile, den oan oder andern Tipp hod’s ma scho gem. Zum Beispui, dass i ned so oft „natürlich“ song soi.

Die Evi redt a astreines Boarisch. Kamad für Di a Nicht-Bayerin überhaupts in Frage ois Frau?

Na, i brauch scho a bayerisches Madl – und do hob i mit da Evi des perfekte gfundn. Mir vastehna uns perfekt, ned bloß sprachlich. Sie trinkt a gern amoi a Weißbier und beim Schofkopfa macht’s aa Fortschritte.

Ned immer san ja so vui echte Bayern in der Mannschaft wie am Montag. Is de Verständigung manchmoi a Problem?

Na, des bassd scho. I red ja a nimmer so Boarisch wie domois, ois i 2007 aus da Oberpfoiz kemma bin. Do ham mi de wenigsten vastandn, ned amoi da Kevin (Volland), der oide Aasgeier (Ziereis’ liebevolle Bezeichnung für einen Allgäuer).

Nach drei persönliche Aufstiege nochanand werd’s heier woi a Pause gem bei Dir. Ungwohnt, oder?

Bei de Aufstiege hob i scho a brutale Quotn, des stimmt. De Erlebnisse und Erfahrungen konn oam koana mehr nehma. Schau ma moi, wos no geht heier…

Und wos moanst, wia’s generell weidergeht mit Sechzge und mit Dir persönlich? Dei Vertrog lafft bis 2020…

Oiso, wenn da Kern zambeibt, dann samma ned schlechter ois in der Saison. Und mannschaftlich wer’ ma oiwei geschlossener.

„Da Ziereis is bloß in da Regionalliga a Guada, in da Dritten z’reißt der nix“ – wia oft host soichane Sprich scho ghert, Markus?

I her ‘s ned zum ersten Moi, aber des juckt mi ned bsonders. I hob jetz des erste Spui seit Ewigkeiten gmacht. Und mit oam Spui in der Dritten Liga hob i no koa Krise, weil i ned glei troffa hob.

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