Streich spricht alles – außer Hochdeutsch

von Redaktion

„Narrenschelle“ für den Trainerkauz

Freiburg – Christian Streich hat sein Versprechen eingelöst und zwei Tage vor dem Heimspiel seines SC Freiburg gegen den FC Augsburg stolz seine „Goldene Narrenschelle“ präsentiert. Diese hatte der Kulttrainer in der Nacht auf Donnerstag überreicht bekommen – bei einer Ehrung im Europa-Park

„Ich mag einfach Bräuche, die Menschen zusammenbringen“, sagte Streich, 53, der angekündigt hatte, mit der stattlichen Glocke auf der Spieltags-Pressekonferenz zu erscheinen. Der Preis wird seit 2006 von der Vereinigung Schwäbisch-Alemannischer Narrenzünfte jeweils an eine Persönlichkeit des öffentlichen Lebens vergeben.

Streich, 53, hat die Auszeichnung erhalten, weil er betont heimatverbunden auftritt, was er mit seinem badisch-alemannischen Dialekt unterstreicht. In Mundart könne er sich am besten verständlich machen, sagte der Trainerkauz bei der Ehrung: „Wenn ich Standarddeutsch spreche würde, müsste ich ständig darüber nachdenken, wie ich nun genau formuliere. Und dann wäre ich die ganze Zeit auf die Sprache konzentriert.“ Seine Heimatdialekt gestatte es ihm, sich auf den Inhalt zu besinnen.

„Es ist kein Mittel der Selbstvermarktung, sondern der praktischste und ehrlichste Weg, mich verständlich zu machen“, erläuterte Streich, der aus Eimeldingen südlich von Freiburg stammt: „So weiß man, wo ich herkomme und wo meine Heimat ist – und trotzdem versteht mich jeder.“ Auf Standarddeutsch umzuschwenken, wäre unglaubwürdig.

So ist Streich zur bundesweit anerkannten Marke geworden: Er erhielt den undotierten Preis auch für seine launischen Spielanalysen in badischer Mundart.  dpa/sid

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