TIROLER LECKERBISSEN

Seefeld ist auch Erol

von Redaktion

Das Stichwort muss man in den einschlägigen WM-Broschüren nicht lange suchen. Seefeld, so ist zu lesen, ist das Monaco der Alpen. Die Welt der Schönen und Reichen eben. Doch Seefeld ist mehr. Die Tiroler Plateau-Gemeinde ist zum Beispiel auch Erol. Der 42-Jährige ist Friseur und stammt eigentlich aus Izmir. Doch vor 14 Jahren beschloss Erol, sein Glück in Österreich zu versuchen. In Telfs hat er als Friseur angeheuert. Und dabei hat er nicht nur sein privates Glück gefunden. Er hat seine Sache einfach so gut gemacht, dass vor allem die Damenwelt sagte: Mach es doch alleine!

Erol hat sich das nicht zweimal sagen lassen. In Seefeld hat er einen kleinen Salon übernommen und dort ist er heute so etwas wie der Geheimtipp unter den Coiffeuren, wie der Ort seine Friseure nennt. Und alleine ist er längst nicht mehr. Seit fünf Jahren mischt der syrische Flüchtling Hassan bei Erol mit. Dessen Künste haben auch wir ausprobiert. Und was sollen wir sagen? Wir haben uns bei dem meistens freundlich lächelnden Mann aus Damaskus ziemlich wohl gefühlt. Zumindest bis zu dem Moment, als er uns mit einer brennenden Mini-Fackel gegen die Backe geklopft hat. „Ist besser für kurze Haare“, sagte er. Wir wollten da lieber nicht widersprechen.  rp

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