Seefeld –- Ein Missgriff in die Wachskiste hat die deutschen Langläuferinnen um eine mögliche Medaille gebracht und für etwas Ernüchterung nach dem starken WM-Auftakt gesorgt. Im Team-Sprint mussten sich Victoria Carl und Sandra Ringwald bei der Nordischen WM in Seefeld mit Platz sechs begnügen. Noch schlimmer erwischte es das deutsche Männer-Duo Janosch Brugger/Sebastian Eisenlauer. Sie schieden bereits im Halbfinale aus. Das erste Distanzrennen der Titelkämpfe, den Skiathlon über 15 bzw. 30 Kilometer in den beiden Stilarten, hatten zuvor Katharina Hennig als 16. und Florian Notz auf Rang 18 als beste DSV-Läufer beendet.
„Um die Mädels brauchen wir uns auch hinsichtlich der Staffel keine Gedanken machen. Die sind gut drauf. Bei den Männern müssen wir genau analysieren, wen wir in die nächsten Rennen schicken werden“, sagte Bundestrainer Peter Schlickenrieder. Er hatte nach dem Team-Sprint seine beiden Damen tröstend in den Arm genommen. „Im Halbfinale hatten wir Super-Ski. Im Endlauf hatten wir so viel Grip, dass wir nicht mitfahren konnten. Es war zu viel Kraftaufwand, immer wieder hinzulaufen“, sagte Ringwald. In den Abfahrten konnten sie keinen Meter gutmachen. „Vielleicht muss das bei einer WM auch mal sein, um dann in den nächsten Rennen wieder Glück zu haben. Die Wachser arbeiten praktisch Tag und Nacht, kurzfristig die Ski noch einmal zu wechseln, ist nicht möglich. Eine Präparation dauert etwa 20 Minuten“, erklärte der Coach.
Eisenlauer und Brugger dagegen waren nicht gut drauf. Brugger investierte praktisch ohne Not vom Start weg zu viel. Dann kam auch noch ein Sturz dazu. „Kein Vorwurf, ich war auch nicht so drauf, wie ich es mir gewünscht hatte“, sagte Eisenlauer.
Nicht viel Überraschendes gab es in Sachen Medaillenvergabe. Norwegen räumte mit Therese Johaug, Sjur Röthe (jeweils im Skiathlon) und Emil Iversen/Johannes Kläbo dreimal Gold ab, den Team-Sprint der Damen gewannen die Schwedinnen Maja Dahlquist/Stina Nilsson. Dass die Skandinavier und Russen dennoch verwundbar sind, zeigten Katja Visnar und Anamarija Lampic aus Slowenien, die sich im Team-Sprint Silber holten. dpa