TIROLER LECKERBISSEN

Wo ist Behle?

von Redaktion

Können Sie sich an die Zeit von Jochen Behle als aktiver Langläufer erinnern? Dann werden Sie vermutlich auch den wohl berühmtesten Auftritt seiner Karriere kennen, der darin bestand, dass er – aufgrund eine TV-Panne – nicht zu sehen war. Bei Olympia 1980 ist das gewesen, als der Reporter Moravetz beim 15-km-Wettbewerb suchend in die Wälder von Lake Placid rief: „Wo ist Behle?“ Eine übrigens berechtigte Frage, denn Behle lag zunächst in Führung.

Wir haben dergleichen heutzutage für ziemlich undenkbar gehalten. Moderne Wettkampforte wie Seefeld verlieren nichts aus den Augen. Schon gar nicht Jochen Behle. Sollte man meinen. Doch der frühere Bundestrainer der deutschen Langläufer hat sich seine besondere Qualität, nicht gesehen zu werden, bewahrt. Gestern haben auch wir das zu spüren bekommen. Beim vereinbarten Interviewtermin. Wir haben uns an die Fersen des 58-Jährigen geheftet. Wir waren an der Langlaufstrecke. Und wir waren im Studio des Spartensenders Eurosport, für den Behle während dieser WM als Experte tätig ist. Wieder und wieder. Doch die Resonanz war immer die gleiche. Rätselnde Gesichter und diese eine Frage: „Wo ist Behle?“

Bis er – mit einiger Verspätung – schließlich doch auftauchte. So wie übrigens auch damals in Lake Placid – als er Olympia-12. wurde.   rp

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