München – Mickrige elf Minuten stand Renato Sanches beim FC Bayern bisher im Jahr 2019 auf dem Platz – plus 120 Sekunden Einsatz im Achtelfinal-Hinspiel der Champions League in Liverpool. Trotz dieser frustrierenden Bilanz hat der Portugiese neue Hoffnung auf mehr Einsatzzeit geschöpft. „Vergiss nicht, dass du gesegnet bist. Die gemachten Fehler wirst du mit der Zeit korrigieren, gib einfach in jeder Situation dein Bestes“, teilte der 21-Jährige auf Instagram mit.
Der Portugiese nutzte die zwei freien Tage, um seine Heimat Lissabon zu besuchen. Zusammen mit seinem kleinen Bruder tankte er im Armenviertel Musgueira nicht nur Sonne, sondern auch Kraft für den harten Konkurrenzkampf beim FC Bayern.
Passend zum Lissabon-Aufenthalt bekommt Sanches Unterstützung vom portugiesischen Fußball-Idol Luis Figo. Der fordert in der „tz“ mehr Einsatzzeit für seinen Landsmann: „Es geht darum, dass er seine Fähigkeiten weiter verbessern muss. Ich denke, er ist ein Spieler für die Zukunft. Und wenn er mehr spielt, kann er sein Talent auch häufiger zeigen.“
Gestern starteten Kovac und seine Mannschaft die Vorbereitung auf das Bundesligaspiel am Samstag in Mönchengladbach. Dass Sanches gegen den Tabellen-Dritten mehr Spielzeit sammelt, ist allerdings unwahrscheinlich. Zumindest, wenn man sich die jüngsten Aussagen von Trainer Niko Kovac vor Augen führt. „Beim FC Bayern hat man eine Anhäufung von Qualität. Dass jeder spielen möchte, ist völlig legitim. Es wäre sehr viel leichter, wenn wir viele Punkte Vorsprung hätten, wenn wir die Spiele mit klaren Ergebnissen sicher herunter spielen würden.“ Vertrauen klingt ander.
Trotzdem macht Kovac dem Portugiesen Mut: „Ich sage ihm, er soll weitermachen und den Kopf nicht in den Sand stecken.“ Nach dem 1:0 gegen Hertha BSC mahnte er nochmals zur Besonnenheit. Man müsse bei Sanches wie bei allen Neuzugängen „ein Jahr oder eineinhalb Jahre Geduld mitbringen“.
Die hat der FC Bayern. Wie groß sein Potenzial ist, hat Sanches im vergangenen September gezeigt, als er beim 2:0 gegen Benfica Lissabon geglänzt hatte. „Wenn er so spielt, ist Renato aus der Mannschaft nicht mehr wegzudenken, ist doch klar“, hatte Sportdirektor Hasan Salihamidzic damals gesagt. Doch Zeiten ändern sich bekanntlich. bok/jau