Abschied aus der ersten Reihe

von Redaktion

Am Wochenende bestreitet Michael Wolf, Kapitän des EHC München, seine letzten beiden DEL-Hauptrundenspiele

München – Am ersten Spieltag der DEL-Saison 2005/2006 stellte der Kanadier Doug Mason, damals Eishockeytrainer der Iserlohn Roosters, einen jungen Stürmer auf, den sein Verein gerade erst aus der 2. Liga verpflichtet hatte. In der offiziellen Statistik des Spiels fiel der Stürmer später nicht auf, er traf nicht ins Tor, bereitete auch keinen Treffer vor, nicht mal auf die Strafbank musste er. Iserlohn verlor in Frankfurt 3:6. Es gab jedoch ein Detail, das bemerkenswert war: Doug Mason stellte ihn schon damals, bei seinem ersten DEL-Auftritt, in der ersten Reihe auf.

Aus der ersten Reihe seiner Sportart hat sich Michael Wolf bis heute nicht mehr verdrängen lassen. Schon bald wird er sie allerdings freiwillig verlassen. Zwei Hauptrundenspiele, die Playoffs, im besten Fall eine Finalserie, das war’s. Dann beendet einer der besten deutschen Eishockeyprofis aller Zeiten seine Karriere. Heute Abend (19.30 Uhr) dürfen die Zuschauer in Schwenningen ihn noch einmal spielen sehen, sein letztes Hauptrundenspiel bestreitet Wolf am Sonntag (14 Uhr) in der Olympia-Eishalle gegen Bremerhaven. Ob er in der ersten Reihe auflaufen wird? Das ist die Sache: Seit 2014 spielt Wolf, 38, eben beim EHC München, einem Club, der so gut besetzt ist, dass es eine klassische erste Reihe nicht gibt.

Dreimal in Serie haben Wolf und der EHC zuletzt den Titel gewonnen. Jetzt wird es aber kniffliger. Erstmals haben die Münchner einen Rivalen, der es wirklich mit ihnen aufnehmen kann: die Adler Mannheim. Sie haben 112 Punkte gesammelt, ein neuer DEL-Rekord – und drei mehr als München. Es spricht wenig dafür, dass der Meister die Mannheimer noch abfängt, bei Punktgleichheit wären die Adler im Vorteil (bessere Tordifferenz).

Es steht aber fest: Der EHC wird als Erster oder Zweiter am 13. März mit einem Heimspiel ins Playoff-Viertelfinale einsteigen. Bis dahin hofft man, dass Stürmer Jason Jaffray wieder fit wird. Am Wochenende fehlt er verletzt.

Michael Wolf allerdings, das ist für viele Fans dieHauptsache, spielt. Trotzdem hat hat sich der EHC natürlich schon Gedanken gemacht über einen Nachfolger für die Zukunft. Es gilt als ziemlich sicher, dass Philip Gogulla, der Nationalspieler der Kölner Haie, im Sommer nach München wechseln wird. CHRISTOPHER MELTZER

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