Man hätte sie ja schon fast vergessen können. Aber ja, auch diese Nordische Weltmeisterschaft hat sie gehabt, die großen Momente des Sports. Eric Frenzels Siegcomeback war sicher einer davon. Ausgerechnet in Seefeld, das für den Nordischen Kombinierer nun endgültig zu seinem sportlichen Wohnzimmer geworden ist. Vor allem hat man aber sicherlich Markus Eisenbichler in Erinnerung. Den oberbayerischen Flugkünstler, der ausgerechnet bei der Weltmeisterschaft den Ruf abstreifte, der ewige geschlagene zu sein. Die Bilder, wie Eisenbichler völlig losgelöst über den Innsbrucker Bergisel tanzte – sie werden haften bleiben. Und wer weiß, vielleicht kommt ja noch Vergleichbares hinzu. Vier Entscheidungen stehen an diesem Wochenende in Tirol ja noch auf dem Programm.
Doch egal was die Staffel der Kombinierer, das Mixedspringen oder die Langlauf-Marathons noch bringen mögen. Am Ende wird man diese WM vor allem mit ganz anderen Bildern verbinden. Mit jenen von den Einsatzkommandos der Kriminalpolizei, die am Mittwoch in der WM-Gemeinde zu einem groß angelegten Schlag gegen ein international operierendes Doping-Netzwerk ausholte. Und auch mit den Aufnahmen vom österreichischen Langläufer Max Hauke, der mit einer Infusionsnadel im Arm verdattert in die Kamera eines Ermittlers schaut. Dass das polizeiliche Video des ertappten Dopingsünders den Weg ins Internet fand, ist eine spezielle Perversion des Falles. Doch klar ist: Diese Weltmeisterschaft wird als Doping-WM in Erinnerung bleiben. So wie es 2017 im nicht allzu weit entfernten Hochfilzen die Biathlon-WM gewesen war.
Dabei hatten diese Titelkämpfe eigentlich alles, um ein Fest zu sein. Für die Skispringer ohnehin. Aber auch für die Kombinierer und gerade für die, medial meist vernachlässigten, Skilangläufer, die sich von einer bunten Fangemeinde frenetisch bejubelt in der Tiroler Winterlandschaft präsentierten. Vor allem die Norweger haben diese Plattform für sich genutzt. Johannes Kläbö, Therese Johaug & Co haben vor den abschließenden Wettbewerben am Wochenende acht von zehn möglichen Titeln in der Loipe geholt. Doch nach Hause nehmen auch sie neben den Medaillen vor allem Argwohn mit.
Auch das wird hängen bleiben, bei dieser WM.
patrick.reichelt@ovb.net