Unterhaching/Innsbruck – Es ist ein Punktspiel und doch auf seine Art ein Finale: Der Sieger des Bundesliga-Schlagers am Samstag (19.30 Uhr) zwischen dem VfB Friedrichshafen und den Alpenvolleys Haching wird mit hoher Wahrscheinlichkeit als Erster der Hauptrunde in die Playoffs einziehen. Vier Runden vor deren Ende liegt die Volleyball-Spielgemeinschaft aus Unterhaching und Innsbruck nur aufgrund der höheren Anzahl an Siegen vor den punktgleichen Häflern.
Hannes Kronthaler würde ein Platztausch noch keine Kopfzerbrechen bereiten. Dem Alpenvolleys-Manager ist vor allem wichtig, nicht auf Rang drei zurückzurutschen: „Zuhause haben wir gegen Friedrichshafen in einem Spiel auf Top-Niveau 3:2 gewonnen. Ich glaube nicht, dass Friedrichshafen seither stärker geworden ist. Es wird also wohl wieder ein enges Match“, prognostiziert er und rechnet vor: „Zwei Punkte wären natürlich besser, aber wenn wir 2:3 verlieren, also wenigstens einen Zähler holen, und danach zuhause gegen Frankfurt und Düren jeweils drei, dann kann uns niemand den zweiten Platz nehmen.“
Damit wäre ein idealer Einstieg in die Playoffs und die Erfüllung des ursprünglichen Saisonziels fast garantiert, findet der Innsbrucker: „Das müsste der sichere Halbfinaleinzug sein, egal, ob wir im Viertelfinale gegen Herrsching oder Bühl spielen. Und dann hätten wir schon mal das Gleiche geschafft wie im letzten Jahr.“
Ob dann in der Vorschlussrunde Berlin, derzeit noch Vierter, aber mit stark ansteigender Formkurve, oder doch der Überraschungsdritte aus Lüneburg warten würde, „haben wir sowieso nicht im Griff“, so Kronthaler weiter: „Deshalb taktieren wir nicht. Im Halbfinale kann kommen, wer will. Da musst Du einfach selbstbewusst und mit der besten Leistung reingehen.“
Eine solche Einstellung empfiehlt sich auch am Samstag gegen den Rekordmeister, zumal der sich gerade mit einem 3:0 gegen Lüneburg den Pokal geholt hat. „Friedrichshafen hat sicher Rückenwind durch den Pokalsieg“, vermutet Kronthaler. Weniger erfolgreich waren die Häfler zwar am Mittwoch in der Champions League, doch beim 0:3 in St. Petersburg spielten hauptsächlich die Reservisten, da die Chance aufs Weiterkommen schon vorher dahin war. Interessant ist zudem die Frage, wie sich der gerade fürs Saisonende angekündigte Abschied von VfB-Coach Vital Heynen – der Belgier konzentriert sich dann ganz auf seinen Job als polnischer Nationaltrainer – auswirkt. „Das kann auch motivierend sein, noch mal gemeinsam einen Titel zu holen“, glaubt Kronthaler, der von einer reellen Siegchance in Friedrichshafen überzeugt ist: „Ich denke, es wird einen offenen Schlagabtausch auf hohem Niveau geben.“ UMBERTO SAVIGNANO