Augsburg – Der Ex-Dortmunder Dong-Won Ji hat Marco Reus bei dessen Comeback die Show gestohlen und das Meisterrennen in der Bundesliga mit einem geradezu historischen Doppelpack noch spannender gemacht. Der Südkoreaner führte den FC Augsburg mit seinen goldenen Treffern (21., 68.) beim völlig überraschenden 2:1 (1:0) zum ersten Heimsieg gegen Borussia Dortmund überhaupt. .
Beim Führungstor benötigte Ji noch zwei Versuche, sein zweiter Treffer war ein echtes Kunststück – ein herrlicher Lupfer über den hilflosen BVB-Torwart Roman Bürki. Alcacer machte mit seinem elften Jokertor die Partie anschließend wieder spannend.
Augsburg eröffnete damit Titelverteidiger FC Bayern die Chance, mit einem Sieg am Samstagabend bei Borussia Mönchengladbach mit dem BVB gleichziehen. Für Augsburg und Trainer Manuel Baum war der verdiente erste Erfolg vor heimischer Kulisse im achten Anlauf gegen weitgehend einfallslose Dortmunder um den blassen Reus ein wichtiges Lebenszeichen im Abstiegskampf.
Augsburgs Taktik war laut Baum, Dortmund in Ballbesitz „keine Zehntelsekunde Zeit“ zu lassen, also früh und bissig zu pressen. Allerdings war es vor 30 660 Zuschauern in der ausverkauften Augsburger Arena zunächst der BVB, der dem Gegner kaum Luft zum Atmen ließ Dortmund lief hoch an und provozierte so Fehler.
Das hätte schon früh beinahe zum Erfolg geführt, als Jacob Bruun-Larsen Reus bediente, dieser aber an Torhüter Gregor Kobel scheiterte (8.). Baums Pläne wurden abermals durchkreuzt, als er Außenverteidiger Konstantinos Stafylidis verletzungsbedingt vom Platz nehmen musste, für ihn kam Georg Teigl (17.). Doch die Augsburgeverteidigten bald konzentrierter. Der BVB machte sich das Leben mit vielen leichten Fehlern selbst schwer.
So auch vor dem 0:1, als Dan-Axel Zagadou den Ball gegen Andre Hahn verlor, dessen Pass in der Mitte Ji fand. Der Stürmer scheiterte zunächst noch am grätschenden Manuel Akanji, sein Nachschuss aber zischte links oben ins Netz. Bruun-Larsen hatte den Ausgleich auf dem Fuß, scheiterte aber am stark reagierenden Kobel (42.).
„Allein die Tatsache, dass er da ist, tut der Mannschaft gut“, sagte BVB-Boss Hans-Joachim Watzke vor dem Anpfiff bei Eurosport über Reus. Und der Kapitän versuchte auch nach dem Seitenwechsel, seine Kollegen mitzureißen. Doch nach vier Wochen Verletzungspause fehlte dem Nationalspieler die Kraft, in der 66. Minute machte er für Raphael Guerreiro Platz.
Augsburg ließ sich mit zunehmender Dauer immer tiefer fallen und bot so kaum mehr Räume. Der überragende Kobel rettete den Hausherren am Ende den Sieg. sid