Schlickenrieders Zweifel an Johaug: „Befremdlich“

von Redaktion

Seefeld – Langlauf-Bundestrainer Peter Schlickenrieder hat die Vorstellungen der Norwegischen Ausnahme-Läuferin Therese Johaug als „befremdlich“ bezeichnet. Die 30-Jährige hatte auch bei der WM in Seefeld erwartungsgemäß alle drei Distanzrennen für sich entschieden. Und das mit einer Dominanz, die Schlickenrieder argwöhnisch macht. „Ich würde lügen, wenn ich sage, das ist ganz normal. Sie läuft ja wirklich meilenweit voraus. Es gibt halt diesen Hintergrund. Es ist komisch“, sagte der 49-Jährige nach dem 30-Kilometer-Rennen am Samstag.

Schlickenrieder bezieht sich damit auf die, vor der WM-Saison abgelaufene Doping-Sperre gegen Johaug. Die Norwegerin war positiv auf das Steroid Clostebol getestet worden – Grund soll die Anwendung eines verseuchten Lippenbalsams gewesen sein. „Ich dafür meine Strafe bekommen und kann nichts mehr daran ändern“, sagte die erfolgreichste Athletin in Seefeld selbst.

Derweil ist das volle Ausmaß des Skandals auch für die Behörden noch nicht absehbar. Dabei hoffen die Behörden bei der Decodierung der sichergestellten Blutbeutel auf die Mitwirkung des verhafteten Sportmediziners Mark Schmidt. Ob dabei auch deutsche Athleten ins Visier geraten, ist nicht absehbar. Derzeit gibt es laut einem FAZ-Interview mit Kai Gräber, Leiter der Münchner Staatsanwaltschaft, keine entsprechenden Hinweise.

Das betonte gestern auch Franz Steinle noch einmal. „Nach unseren Recherchen ist im DSV kein Athlet in irgendeiner Betreuung bei diesem Arzt“, sagte der Präsident des Deutschen Ski Verbandes am Rande des gestrigen Schlusstags der Nordischen WM. rp

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