München – Auf dem Videowürfel in der Olympia-Eishalle erschienen gestern Nachmittag plötzlich Gesichter, die den Eishockeyfans des EHC München sehr vertraut sind: Rick Goldmann, Keith Aucoin, Dominik Kahun. Sie alle hatten eine kurze Botschaft aufgenommen, um Michael Wolf zu loben. In dem Video tauchten auch zwei Kinder auf. Ein Mädchen, das flüsterte: „Papa, ich liebe dich.“ Und ein Junge, Wolfs Neffe, der sagte: „Jetzt ist die Zeit gekommen, wo du mir bei meinen Spielen zugucken kannst.“
Am Sonntag waren 4890 Zuschauer gekommen, um zuzusehen, wie Wolf, 38, der Kapitän des EHC, in der Deutschen Eishockey Liga das letzte Hauptrundenspiel seiner Karriere bestreitet. Sie erlebten, wie der Verein das Video mit den Grußbotschaften einspielte, wie die Fankurve ein Banner („Für immer in unserem Herzen – Danke Michi Wolf“) präsentierte, wie Christian Winkler, der EHC-Manager, gemeinsam mit Wolfs Familie aufs Eis trat, wo er seinen Kapitän „einen der größten Stürmer der deutschen Eishockeygeschichte“ nannte. Und wer genau hinsah, dem fiel auf, dass Wolf weinte.
Es war ein emotionaler Abschied (vorläufig natürlich, in den Playoffs wollen Wolf und der EHC weit kommen) – nur das Ergebnis mit den vielen Gegentoren passte nicht. Am 52. Spieltag, dem letzten der DEL-Hauptrunde, hat der EHC 1:4 (0:2, 0:0, 1:2) gegen die Pinguins Bremerhaven verloren. Weil der große Rivale Mannheim aber bereits enteilt war, stand ohnehin fest, dass München als Zweiter in die Playoffs einzieht. cfm