Dreispringer Heß überwindet schwierige Jahre

von Redaktion

Dank seines Durchhaltewillens kehrt der 22-jährige EM-Dritte aus Chemnitz zu alter Stärke zurück

Glasgow – Trotz der Medaille in der Hand und der Freude über Bronze wurde Max Heß kurz ernst. „Es waren wirklich zwei schwierige Jahre, die ich hatte“, sagte der frühere Dreisprung-Europameister nach seinem dritten Platz bei der Hallen-EM in Glasgow, betonte aber: „Den Durchhaltewillen habe ich nie verloren.“

Gerade einmal 22 Jahre ist Heß erst alt – und doch hat der Chemnitzer bereits mehr hinter sich als andere Sportler in ihrer gesamten Karriere. Im positiven wie im negativen Sinne. 2016 sein internationaler Durchbruch: Mit 19 Jahren Silber bei der Hallen-WM, mit 20 in Amsterdam EM-Gold im Freien. Vor zwei Jahren dann deutscher Rekord (17,52 m) und Bronze bei der Hallen-EM.

Und danach? Sammelte Heß mehr Verletzungen als Medaillen: Bei der Weltmeisterschaft 2017 in London verhinderte eine Zerrung beim Aufwärmen seinen Start, bei der Heim-EM in Berlin schied er nach wochenlangen Fußproblemen in der Quali aus.

„Die Vorbereitung lief immer super, zum Höhepunkt ging es immer schlecht“, erinnerte er sich: „Die Lust habe ich nie verloren. Ich hab im Training ja immer gesehen, dass es geht. Aber im Endeffekt steht ja immer die Wettkampfleistung.“

Und die hieß für Heß am Sonntagabend 17,10 m, erstmals seit 2017 sprang er wieder über die 17-m-Marke. Wie bei der Hallen-EM vor zwei Jahren gab es Platz drei – aber mit völlig anderen Vorzeichen. „Persönlich ist diese Medaille nach den beiden schwierigen Jahren ein bisschen mehr wert“, sagte Heß, der sich vor dem Wettkampf noch mit einem Video seines Rekordsprungs eingestimmt hatte: „Jetzt aus einer anderen Situation mal so eine Bronzemedaille zu gewinnen, ist natürlich auch wieder schön.“

Da schmerzte es auch nicht, dass zum Silber des Portugiesen Nelson Evora nur ein Zentimeter fehlte. Es überwiege auf jeden Fall die Freude über Bronze. Vor allem mit Blick auf die Zukunft: „Ich bin da wieder guter Dinge. Mit so einer Hallensaison kann man mit viel Rückenwind in die Sommersaison starten.“

Und selbst, so Heß, wenn es keine Medaille geworden wäre, hätte er aus seiner Saisonbestleistung Zuversicht gezogen. „So habe ich jetzt aber auch etwas zum Vorzeigen“, sagte er – und lachte.  sid

„Die Lust habe ich nie verloren“

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