Organe retten Leben

von Redaktion

Sie spielt Hockey in der Ersten Bundesliga, studiert, ist Skilehrerin – und all das mit einem Spenderherz. Chantal Bausch, Jahrgang 1992, sagt: „Dass ich heute ein so unbeschwertes Leben führen darf, habe ich der selbstlosen Entscheidung meines Organspenders zu verdanken. Ich denke viel an ihn. Seit mehr als 13 Jahren schlägt sein Herz in meiner Brust – ich lebe! Und ich darf meine Träume verwirklichen. Meine Dankbarkeit werde ich nie in Worte fassen können, deshalb versuche ich, mit meiner Geschichte an die Öffentlichkeit zu gehen – um anderen zu helfen. Denn: Jeder kann plötzlich auf eine Organspende angewiesen sein, so wie ich damals.“

Im Alter von 12 Jahren ändert sich Bauschs Leben schlagartig: Obwohl sie schon immer sehr viel Sport trieb, fühlt sie sich plötzlich antriebslos, bekommt beim Treppensteigen Luftprobleme. Die Diagnose: Myokarditis – eine Herzmuskelentzündung, die ihr Herz „irreparabel beschädigt“ hat. Bausch kommt ins Krankenhaus, irgendwann steht fest, dass eine Herztransplantation der einzige Weg ist, damit sie weiterleben kann. Um die Wartezeit auf ein geeignetes Spenderorgan zu überbrücken, wird sie an ein sogenanntes Kunstherz angeschlossen. Dreieinhalb Monate verbringt sie in der Klinik – bis am 8. Juni 2005 der erlösende Anruf kommt: „Wir haben ein Spenderherz!“

Nach wie vor herrscht in Deutschland Organmangel. Mehr als 10 000 Menschen brauchen ein neues Organ – täglich sterben drei auf der Warteliste, weil es nicht genug Spenderorgane gibt. Allein auf ein Herz warten derzeit 700 Patienten – im vergangenen Jahr wurden gut 300 Herzen verpflanzt: nicht einmal die Hälfte von 700. Wer Organspender werden will, braucht einen Organspendeausweis. Diesen kann man unter anderem im Internet herunterladen: www.dso.de/organspende-und-transplantation/thema- organspende/organspende ausweis.html. „Seit mehr als 40 Jahren rettet das ,Ja’ auf dem kleinen Stück Papier Leben“, heißt es bei der Deutschen Stiftung Organtransplantation (DSO).  bn

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