München – Jetzt muss der EHC München warten. Frühestens am Freitag steht fest, auf wen er im Viertelfinale der DEL trifft. Die Kandidaten: Berlin, Bremerhaven und Straubing. Es bleibt daher Zeit – für die Profis zum Ausruhen, für Trainer Don Jackson zum Vorbereiten und für uns, um auf drei prägende Münchner dieser Hauptrunde zu blicken.
Danny aus den Birken
Es heißt ja, dass die Zahlen nicht lügen. Über Danny aus den Birken, den Torhüter des EHC München, erzählen sie in dieser Saison nur Gutes. In der DEL, so steht es in der offiziellen Statistik, gibt es keinen Keeper, der weniger Gegentore pro Partie kassiert als aus den Birken (1,91). Die Pucks, die auf sein Tor fliegen, fängt er in 92,6 Prozent der Fälle ab – nur der Düsseldorfer Mathias Niederberger (92,9) pariert noch mehr.
Michael Wolf, der Kapitän des EHC, glaubt daher, dass die Zahlen in diesem Fall doch lügen. „Die Statistik alleine“, sagt er, „spiegelt gar nicht wider, wie gut er ist.“ Wolf findet: „Er ist mit Abstand der beste Torhüter der Liga.“ Das haben sich wohl auch die Chefs gedacht, als sie im Sommer den Vertrag mit dem US-Goalie David Leggio nicht verlängerten. In den vergangenen Jahren hatten sich die beiden in der Hauptrunde immer abgewechselt, nun ist aus den Birken, seit 2015 im Club, die Nummer eins. In 37 von 52 Spielen durfte er starten, in den Playoffs ist er gesetzt. „Auf diesem Niveau“, sagt Wolf, „gibt er uns immer eine Chance, zu gewinnen.“
Maximilian Kastner
Im Sommer hat der EHC München seinem Kader viele Spitzenspieler aus Nordamerika hinzugefügt. Einer, Matt Stajan, kam mit 1020 NHL-Spielen im Lebenslauf in die DEL. Und doch war es ein deutscher Stürmer aus Garmisch-Partenkirchen, der den Meister durch die schwierigen ersten Saisonwochen schleppte. Maximilian Kastner, 26, wird oft unterschätzt. Er lief schon immer viel, spielte hart, nicht selten landete er seit seinem Wechsel 2015 trotzdem in der vierten Reihe. In dieser Spielzeit aber setzte Jackson auf ihn, übertrug ihm Verantwortung, was Kastner mit vielen und wichtigen Toren belohnte. Zwischenzeitlich durfte er sogar den Rothelm des besten Scorers tragen. Seine Bilanz: 13 Treffer und 17 Vorlagen in 40 Spielen. Im Januar verletzte sich Kastner am Bein – für das Playoff-Viertelfinale soll er jedoch wieder fit sein.
John Mitchell
Der Kanadier John Mitchell zählt zu jenem Spielertyp, den Don Jackson besonders gerne mag. Er ist 34 Jahre alt, hat in der NHL (548 Spiele) und der DEL (eine Saison in Nürnberg) reichlich Erfahrung gesammelt, weshalb er sich nur selten Fehler leistet. Mitchell ist ein fleißiger Arbeiter, der die Vorgaben des Trainers schnell umgesetzt hat. Und ganz nebenbei hat er noch den Titel des teaminternen Top-Scorers (13 Tore und 25 Vorlagen in 40 Spielen) ergattert.