Bayern fährt auf BMW ab

von Redaktion

Der Rekordmeister bekommt 800 Millionen Euro für zehn Jahre – Trennung von Audi bis 2025

München – Mega-Deal für den FC Bayern: Spätestens 2025 löst der Münchner Autobauer BMW den Konkurrenten Audi als Sponsor des Rekordmeisters ab. Das bestätigte Edmund Stoiber, Aufsichtsratsmitglied des FC Bayern, im Gespräch mit dem „Manager Magazin“. Demnach übernimmt BMW die Audi-Anteile (8,33 Prozent) an der FCB AG für rund 100 Millionen Euro, zahlt zudem zehn Jahre lang je 70 Millionen. Das Gesamtpaket: 800 Millionen.

Stoiber erklärte: „Beide Seiten haben bereits im letzten Jahr eine Absichtserklärung unterschrieben.“ Der Vertrag des Ingolstädter Unternehmens läuft noch sechs Jahre, BMW und der FC Bayern sollen aber an einem vorzeitigen Ende dieser Partnerschaft arbeiten. Denn: Bleibt Audi bis 2025 Sponsor, kassiert der Club „nur“ 30 Millionen Euro jährlich. Die beiden Unternehmen wollten sich auf Nachfrage unserer Zeitung nicht dazu äußern.

Pikant: Der Sponsorenwechsel gilt als Wunsch von Präsident Uli Hoeneß. Karl-Heinz Rummenigge soll sich hingegen für eine Verlängerung des Audi-Engagements ausgesprochen haben. Angeblich hatte der Münchner Vorstandschef bereits Einigkeit mit Dr. Herbert Diess erzielt und per Handschlag ein Sponsoring bis 2030 abgemacht. Diess ist nicht nur stellvertretender Aufsichtsratsvorsitzender des FCB, sondern als VW-Boss auch für das Tochterunternehmen Audi zuständig.

Stoiber, bayerischer Ministerpräsident a. D., sagte: „Eine Verbindung zwischen BMW und dem FC Bayern hat mir immer vorgeschwebt.“ Im Fußball könnte es noch etwas dauern, im Basketball kooperieren Club und Autobauer schon ab dem 1. Juli. Und wann ist es bei der kickenden Zunft so weit? Laut „Manager Magazin“ liebäugelt BMW mit einem Einstieg im Jahr 2020. Stoiber ergänzte: „Für den FC Bayern hochattraktiv ist, dass dies BMWs einziges Engagement im Fußball bleiben wird.“ Im Gegensatz dazu unterstützt Audi beispielsweise auch Real Madrid und Tottenham Hotspur.

Warum Audi den Rekordmeister als hochattraktiven Werbepartner vorzeitig abgeben sollte? Zum einen, weil der neue Vorstandschef Bram Schot jüngst verkündete, dass aufgrund der Dieselaffäre bis 2022 Sparmaßnahmen in Höhe von 15 Milliarden realisiert werden müssen. Zudem hat BMW ein weiteres Ass für die Verhandlungen mit dem Konkurrenten im Ärmel: Markus Duesmann, ehemaliger Einkaufschef der Münchner Automobilmarke, hat bereits einen Vertrag bei der VW-Gruppe unterschrieben und sollte ursprünglich im Juli 2018 den Chefposten bei Audi übernehmen. BMW belegte Duesmann jedoch mit einem zweijährigen Wettbewerbsverbot. Womöglich wird das jetzt etwas gelockert – aber nur dann, wenn Audi BMW beim FC Bayern freie Fahrt gewährt. JONAS AUSTERMANN

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