Maccabi bleibt der Angstgegner

von Redaktion

Bayerns Basketballer verlieren das wichtige Euroleague-Spiel mit 70:77

VON PATRICK REICHELT

München – Mit Maccabi Tel Aviv verbinden die Basketballer des FC Bayern ja nicht allzu viel Gutes. 2014 schlug der israelische Dauerchampion den Münchnern durch einen Herzschlagsieg endgültig die Tür zum Euroleague-Viertelfinale zu. Und in diesem Jahr? Erlebten die Münchner beim Debüt von Maccabi-Coach Ioannis Sfairopoulos einen der grauenhaftesten europäischen Abende der Saison (71:95). Gestern war die Geschichte dieser Duelle für den FC Bayern um ein Negativkapitel reicher. 70:77 (31:33) verloren die Münchner und kassierten gegen den direkten Rivalen damit zumindest einen heftigen Rückschlag im engen Rennen um die Playoffs.

Dabei wurde relativ schnell deutlich, wie sich beide Seiten dieses erste von sechs erklärten Endspielen um Platz acht vorstellten. Hauptsache keinen Schaden nehmen. Das Hauptaugenmerk auf beiden Seiten galt erst einmal dem Verteidigen des eigenen Terrains. Vor allem die Gäste aus Israel nahmen das ziemlich wörtlich.

Dabei kam zwar Bewegung in die Foulstatistik. 13:5 Vergehen hatten die Statistiker zur Pause für Maccabi registriert. Doch es zahlte sich aus – die Bayern brachten keinen Rhythmus in ihr Angriffsspiel. Man punktete von der Freiwurflinie oder mit Einzelaktionen. Danilo Barthel glückten einige davon Acht der 31 Münchner Punkte in Halbzeit eins würgte der Kapitän ins Ziel. Glück für Bayern: Den Gästen erging es zunächst nicht viel besser. Vor allem Regisseur Scottie Wilbekin musste feststellen, dass Auftritte im Audi Dome nicht automatisch ein derartiges Rauscherlebnis sind wie im vergangenen Jahr, als er im Trikot von Darüssafaka Istanbul die Bayern mit 41 Punkten praktisch alleine aus dem Eurocup-Halbfinale beförderte. Nur einer von Wilbekins sechs Dreierversuchen in den ersten 20 Minuten saß.

Man ahnte: Wer als erster zu seinem Wurf finden würde, der würde diesen Basketball-Kampf wohl für sich entscheiden. Und das war Maccabi Tel Aviv. Nach dem Wechsel wurden die Aktionen der, auch in der Luft überlegenen Gäste geradliniger und entschlossener. Und auch Wilbekin traf, am Ende hatte der Regisseur 19 Punkte eingesammelt.

Maccabi machte mit einem schnellen 8:0-Lauf aus zwei Punkten Polster deren zehn. Und das war schon eine mächtige Hypothek. Vor allem weil die Bayern lange keine Ideen hatten, wie man das Geschehen noch wenden könnte. Derrick Williams? Der NBA-Import sammelte schon seine Punkte (17), und mit einem Alley Oop auch die spektakulärsten. Doch auch er tat sich schwer gegen die zupackende Defensive.

So war es mal wieder Braydon Hobbs, der das Signal zur Aufholjagd gab. Der US-Boy kam im Schlussviertel erstmals ins Spiel und versenkte mit der ersten Aktion einen Dreier fast von der Mittellinie. Und mit diesem Treffer kam zumindest wieder ein großes Stück Hoffnung zurück in den Audi Dome. Die Bayern kämpften und pirschten sich zeitweise bis auf 63:65 heran.

Doch Tel Avivs Michael Black wischte mit einem Dreier rund eine Minute vor Schluss die letzten Zweifel am Ausgang dieser Partie beiseite.

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