Der Bayern-Deal mit BMW

Die neue Dimension

von Redaktion

ARMIN GIBIS

Der FC Bayern hat sich in den modernen Zeiten des Profi-Fußballs schon immer mächtig zu den Superlativen hingezogen gefühlt. Die ewige Nummer eins war der Anspruch. National. Am besten auch international. Der durchaus Züge der Maßlosigkeit tragende Erfolgshunger brachte den Münchnern seitens der nicht geringen Zahl kritischer Spötter den Beinamen „FC Größenwahn“ ein. Das bisweilen doch sehr selbstherrliche Auftreten und auch das monomanisch wirkende Selbstverständnis schienen derlei Stichelei zu bestätigen. Nur lieferten die Bayern im Laufe der Jahrzehnte eben auch eine einzigartige Erfolgsgeschichte ab. Aus eigener Kraft wohlgemerkt. Und nicht mithilfe von Oligarchen oder Petrodollars. Doch das scheint den Roten nicht zu reichen. Sie streben nun erklärtermaßen nach neuen Dimensionen, die Strategie – das wird immer deutlicher – zielt auf globale Ausdehnung. Leicht überspitzt ausgedrückt: Es geht den Bayern um die Fußball-Weltmacht.

Nicht anders sind die aktuellen Nachrichten zu deuten: Der dieser Tage publik gewordene Megadeal mit BMW vereint zwei Weltmarken, zwei Global Players. Und das zu einzigartigen Konditionen: Noch nie schloss ein deutscher Fußballklub einen auch nur annähernd so lukrativen Vertrag ab. 800 Millionen Euro bringt den Münchnern die zunächst auf zehn Jahre angelegte Kooperation ein. Zugleich versucht sich der Rekordmeister im Zuge der neuen Partnerschaft auf den Märkten der politischen Supermächte USA und China zu etablieren. Viel mehr geht nicht für einen Fußballverein.

Rein sportlich gesehen bedeutet dies, dass die Münchner in Zukunft über eine monetäre Ausstattung verfügen, die internationale Konkurrenzfähigkeit auf allerhöchstem Niveau garantiert. Die Frage ist nur: Wie sollen diese Bayern noch in den deutschen Fußball passen? Ihre ohnehin bereits seit Jahren erschreckende Überlegenheit dürfte sich nun in absolut unantastbare Dominanz steigern. Ein Albtraum für die Freunde eines lebendigen, spannungsvollen Wettstreits. Kein Zweifel: Die bayerische Elefantenhochzeit ist eine Hiobsbotschaft für die Bundesliga.

Armin.Gibis@ovb.net

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