Mainz – Dieter Hecking hob mürrisch die rechte Augenbraue. „Krise? Welche Krise?“, schien der Trainer von Borussia Mönchengladbach dem fragenden Journalisten nach dem etwas glücklichen 1:0-Erfolg beim FSV Mainz 05 entgegnen zu wollen. Abgesehen von der Partie gegen den FC Bayern hätten doch lediglich die Ergebnisse in den vergangenen Wochen nicht gestimmt, betonte er. Dass die Erleichterung nach drei bösen Heimniederlagen mit 1:11 Toren dennoch groß war, wollte aber auch Hecking nicht bestreiten. „Siege sind immer gut“, sagte er.
„Das war sehr wichtig heute“, meinte der Schweizer Innenverteidiger Nico Elvedi, dem das Siegtor gelungen war (63.). Hatte man in den vergangenen Wochen meist spielerisch durchaus überzeugt und war dennoch gegen Hertha BSC (0:3), den VfL Wolfsburg (0:3) und die Bayern (1:5) unter die Räder gekommen, so waren es diesmal fußballerischen Ur-Tugenden, die den Erfolg brachten: Rennen, Kämpfen – und vorne einen Standard verwerten.
Die Gladbacher freuten sich denn auch über den eigenen Umgang mit ihrer Krise, die keine gewesen sein soll. „Wir haben uns nicht beunruhigen lassen“, befand Sportdirektor Max Eberl, und man sah ihm an, dass er darauf etwas stolz war. sid