Fußball-Comedy im Schneetreiben

von Redaktion

Auf schwer bespielbarem Boden siegt Leverkusen in Hannover mit 3:2

Hannover – Erneuter Ausrutscher im Schneegestöber: Nach einer 2:3 (0:2)-Heimniederlage gegen Bayer Leverkusen rückt für Hannover 96 der Bundesliga-Abstieg immer näher. Doppelter Torschütze der Gäste war Kevin Volland. Der Torjäger erzielte in der 13. und 28. Minute seine Saisontreffer Nummer zehn und elf und schien damit früh für sportlich klare Verhältnisse gesorgt zu haben. Doch das Anschlusstor durch einen Kopfball von Jonathas (51.) und ein Eigentor von Mitchell Weiser (73.) brachte die Gastgeber wieder heran, ehe Kai Havertz (87.) den Leverkusener Sieg doch noch perfekt machte und die Werkself auf Platz fünf schoss. „Das war ein starkes Comeback von uns nach dem 2:2“, sagte Torwart Lukas Hradecky. „Das war ein schwieriges Spiel und bestimmt eine schöne Sonntags-Comedy für alle, die zugeschaut haben.“

Unklar war zumindest phasenweise, ob die Partie überhaupt regulär beendet werden könnte. Denn pünktlich zum Spielbeginn um 18.00 Uhr setzte Schneefall ein, der zunehmend den Spielfluss enorm bremste. Eine kurze Pause nach 25 Minuten half wenig, in der 40. Minute schickte Schiedsrichter Sören Storcks beide Teams für knapp neun Minuten in die Kabine, Stadionarbeiter fegten die Linien frei.

„Zeigt endlich Eier“, hatte der 96-Anhang via Transparent vor Spielbeginn gefordert. Doch davon waren die Platzherren zunächst wieder einmal weit entfernt. Das Spielgeschehen vor 33 800 Zuschauern bestimmte die Elf von Trainer Peter Bosz, Hannover wirkte fast hilflos – und das lag nicht in erster Linie an den extremen Witterungsverhältnissen.

Allerdings verhinderte der nasse Schnee auf dem Rasen ein mögliches Tor für die Truppe von Coach Thomas Doll: In der 33. Minute blieb ein Flachschuss von Linton Meina kurz vor der Torlinie im Matsch stecken, Bayer-Torwart Lukas Hradecky war schon geschlagen.

Doll setzte nach dem Seitenwechsel mit Weydandt auf einen zusätzlichen Stürmer, und nach dem Jonathas-Treffer wackelten die Westdeutschen mehr und mehr. Hannover kam zurück ins Spiel, doch in der Schlussphase setzte Leverkusen den entscheidenden Stoß.

„Die Jungs haben sich nicht für den Fight belohnen können. Aber wir haben gezeigt, dass die Mannschaft lebt und dass sie Charakter hat“, sagte 96-Trainer Thomas Doll im TV-Sender Sky, räumte aber auch ein: „Es gab schon schönere Momente in meiner Fußballer-Karriere.“ sid

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