Rekordmann mit Teamgeist

von Redaktion

Lewandowski blüht auf und muss sich nun gegen den besten Innenverteidiger der Welt beweisen

München – Robert Lewandowski ist gut drauf. Auf dem Platz, aber auch abseits. Er sei sehr zufrieden, sagte der Stürmer des FC Bayern, und das hätte der Pole wohl noch in der Vorrunde so deutlich nicht geäußert. Zum zweiten Mal nacheinander gelangen dem Stürmer zwei Tore in einem Bundesligaspiel und mit seinem Doppelpack beim 6:0 gegen Wolfsburger distanzierte er seinen Konkurrenten Luka Jovic an der Spitze der Torjägerliste zumindest bis heute Abend. Da hat der Frankfurter gegen Düsseldorf die Chance nachzuziehen.

Gleichzeitig fügte er seiner erfolgreichen Karriere eine weitere Bestmarke hinzu. Seine Tore Nummer 196 und 197 machten den 30-Jährigen zum treffsichersten ausländischen Bundesliga-Spieler. Vor einer Woche erst hatte er gleichgezogen mit Claudia Pizarro. „Ich bin sehr stolz auf das, was ich gemacht habe“, sagte Lewandowski. „Aber er spielt ja noch. Das ist ein Zweikampf.“

Ein etwas ungleicher allerdings, denn anders als der Münchner spielte der zehn Jahre ältere Peruaner in Diensten von Werder Bremen fast nur noch eine Jokerrolle. Aber der Rekord ist für Lewandowski lediglich ein sehr angenehmer Randaspekt. „Wichtiger ist, wie wir gespielt haben und wie viele Tore wir erzielt haben“, sagte er und dachte schon voraus: „Das war ein gutes Spiel für uns für die Champions League“, für das Achtelfinal-Rückspiel gegen den FC Liverpool am Mittwoch.

Seit Thomas Müller wieder an der Seite von Lewandowski spielt, scheint der Pole aufzublühen. Er ist besser eingebunden ins Bayern-Spiel, hat mehr Räume und somit steigt auch die Anzahl seiner Tormöglichkeiten. Und wenn er trotzdem nicht trifft, lobte Kapitän Manuel Neuer, sei Lewandowski auch jemand, „der sich in die Zweikämpfe reinhängt und viele Laufwege macht“.

Gegen Wolfsburg bedurfte es nicht einmal eines Elfmeters wie eine Woche zuvor in Mönchengladbach. Vor seinem ersten Treffer, dem zum 2:0, legte Serge Gnabry uneigennützig quer, statt selbst zu schießen. Bei Tor Nummer zwei, dem letzten des bayerischen Schützenfestes, verwandelte er eine perfekte Vorlage von Franck Ribery per Kopf.

Am Mittwoch wartet auf Lewandowski eine größere Herausforderung, als es die Wolfsburger Defensive gewesen ist. Gegen Liverpool bekommt er es mit dem in der ersten Partie noch gesperrten Virgil van Dijk zu tun. Von dem behaupten viele, er sei der derzeit beste Innenverteidiger der Welt. Nun trifft der Niederländer in Lewandowski auf einen der besten Stürmer der Welt. Ein Duell, das viel Brisanz birgt.  es

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