München – Dranbleiben, bissig bleiben, keinen Schritt weniger machen als beim 1:0-Derbysieg gegen Haching – das sind die Vorgaben von Daniel Bierofka für das heutige Auswärtsspiel bei den Würzburger Kickers. Der Trainer kennt seine Pappenheimer: drei Dreier in Folge sind den Löwen in dieser Drittliga-Saison noch nie gelungen; nach den jüngsten Siegen gegen Aalen und in Cottbus setzte es zu Hause gegen Rostock nach indiskutabler erster Halbzeit ein 1:2. Das sollte sich heute im Dallenberg-Stadion vor 3000 mitreisenden Löwenfans möglichst nicht wiederholen.
Wird es auch nicht. Glaubt zumindest Präsident Robert Reisinger. Der e.V.-Boss hält das sportliche Hoch der letzten Wochen für ein stabiles. „Das Spiel gegen Haching hat mich an die Relegation gegen Saarbrücken erinnert“, sagt er. „Ich habe denselben Willen gesehen, den großen Einsatz und die Leidenschaft. Gratulation an Biero, sein Trainerteam und die Mannschaft!“ Wie weit die Reise noch gehen könne? Reisinger: „Wir sind im Soll. Wir brauchen jetzt noch fünf, sechs Punkte gegen den Abstieg. Alles, was danach kommt, ist Zugabe.“
Zur Pflicht gehören die Vertragsverhandlungen. Bierofka hat bereits Gespräche angekündigt, die „auch ein bisschen wehtun“ werden. Aber da müsse man beim angeordneten Konsolidierungskurs jetzt halt durch. Kaderverkleinerung ist das Thema an der Grünwalder Straße. Neun Verträge laufen im Sommer aus, darunter die von Jan Mauersberger, Aaron Berzel oder die der Leihspieler Simon Lorenz und Prince Owusu. Mindestens ebenso interessant: die Verträge, die im Sommer 2020 enden und möglichst verlängert werden sollen: Hiller, Bonmann, Weber, Paul, Bekiroglu, Karger, Kindsvater, Lex – um nur die wichtigsten Leistungsträger zu nennen.
Aktuell gilt es, den Spagat aus Unsicherheit und Entschlossenheit hinzubekommen. Motivations-Zuckerl für heute: Im Hinspiel gegen Würzburg kamen die Löwen trotz mehr als einer halben Stunde Überzahl nach Gelb-Rot gegen Dave Gnaase nicht über ein 1:1 hinaus. Adriano Grimaldi besorgte die Führung, acht Minuten vor Schluss ärgerte Skarlatidis die Blauen im Wiesn-Heimspiel. Beide werden heute nicht dabei sein: der eine wegen Abwanderung , den anderen zwickt’s im Rücken.