Gelsenkirchen – „Jahrhunderttrainer“ Huub Stevens sowie Ex-Profi Mike Büskens werden den abstiegsbedrohten FC Schalke 04 bis zum Saisonende betreuen. Das gab der Verein bei der Präsentation am Freitag bekannt. Nach der Trennung von Trainer Domenico Tedesco am Donnerstag war zunächst nur bekannt geworden, dass Stevens (65) und Büskens (50) die Mannschaft am Samstag gegen RB Leipzig betreuen.
„Wir befinden uns in einer äußerst prekären Situation. Es muss allen Spielern klar sein, dass wir uns im Abstiegskampf befinden“, sagte Stevens. Der Trainer, der zum dritten Mal bei den Königsblauen auf der Kommandobrücke antritt, erwartet von seiner Mannschaft ein anderes Gesicht: „Wir wollen wieder eine Mannschaft sehen, die kämpft und Leidenschaft zeigt. Wir müssen alle an einem Strang ziehen, gemeinsam mit den Fans, und wieder zeigen, dass wir eine Familie sind.“ Beim Abschlusstraining unter Ausschluss der Öffentlichkeit waren auch der neue Co-Trainer und Spielanalyst Matthias Kreutzer und der neu installierte Teammanager, Ex-Profi und Fanliebling Gerald Asamoah.
Auch die zuletzt aussortierten Mark Uth und Amine Harit nahmen an der ersten Einheit teil. „Jeder Mensch hat eine zweite Chance verdient. Wir werden vor dem Spiel gegen Leipzig einige Gespräche führen und dann Entscheidungen treffen“, sagte Stevens. Dies gelte auch für die Torwartfrage. „Einer wird zwischen den Pfosten stehen“, sagte er zum Zweikampf zwischen dem etatmäßigen Kapitän Ralf Fährmann und U21-Nationaltorhüter Alexander Nübel, den Tedesco mit Beginn der Rückrunde zur Nummer eins gemacht hatte.
Vor seinen Personalentscheidungen will Stevens auch den Rat seines Vorgängers einholen. „Er hat ja die Vorbereitung auf Leipzig begonnen, die wir nun fortführen.“ Bereits am Donnerstagabend hatte Stevens den Kontakt zu dem kurz zuvor freigestellten Tedesco gesucht.
Stevens, der nicht zuletzt wegen seiner angeschlagenen Gesundheit (Herzrhythmusstörungen) im Februar 2016 sein Engagement bei der TSG Hoffenheim aufgegeben und seine Karriere eigentlich beendet hatte, fühlt sich für den neuerlichen Kraftakt gerüstet: „Wenn ich mit der Gesundheit ein Problem hätte, würde ich nicht hier sitzen. Mir geht es gut“, sagte er: „Ich hoffe, dass es mir auch in drei Monaten noch gut geht.“ dpa/sid