„Ich bin total happy“

von Redaktion

Das Karriereende nimmt Felix Neureuther mit Erleichterung

Felix Neureuther, wie geht’s Ihnen damit, nun Ihren Rücktritt erklärt zu haben?

Ich bin total happy. Das erste Mal in meinem Leben habe ich keinen Druck mehr. Es ist eine Befreiung, eine große Erlösung. Es war echt hart in letzter Zeit, aber es war auch schön, nochmal die letzten Rennen zu fahren, vor allem, wenn ich da an Schladming denke, oder an Kitzbühel oder jetzt auch an Kranjska Gora (Anm.: Dort bestritt Neureuther im Januar 2003 sein erstes Weltcup-Rennen).

Sportdirektor Wolfgang Maier und Cheftrainer Mathias Berthold sagten, Sie hätten nach wie vor das Potenzial fürs Podest und sogar Siege. Haben Sie das anders gesehen?

Nein, der Meinung vom Wolfi und vom Mathias bin ich schon auch. Aber dafür wäre wahnsinnig viel Aufwand nötig gewesen. Und ich bin nicht mehr bereit und einfach auch körperlich nicht mehr in der Lage, den zu betreiben. Ich hab ja noch ein hoffentlich langes Leben vor mir, ich will ja irgendwann noch mal auf den Berg steigen oder Radl fahren.

Wolfgang Maier hat sehr emotional auf Ihren Rücktritt reagiert. Wie schwer ist es Ihnen gefallen, ihn vor vollendete Tatsachen zu stellen?

Das war wirklich nicht so einfach, das ist mir schon schwer gefallen. Gerade beim Wolfi. Der ist ja wie eine Vaterfigur für mich. Aber sie haben es verstanden, sie unterstützen mich, sie stehen voll hinter meiner Entscheidung.

Markus Wasmeier hat gesagt: Das Schmerzhafteste an seinem Rücktritt war, dass er nicht mehr Teil der Weltcup-Familie sein konnte. Wie wird es Ihnen da gehen?

Genau so. Ich werde diese Familie definitiv vermissen. Ich vermisse sie ja jetzt schon. Die Startnummernauslosung am Samstag war schon brutal emotional mit den Jungs. Aber ich kann sie ja jederzeit treffen, ich werde schon auch noch zu Rennen kommen.

Wenn Sie in Ihrer Karriere noch einmal etwas anders machen könnten, was wäre das?

Ich würde den Schwung, bei dem ich mir das Kreuzband gerissen habe (Anm.: Im November 2017) definitiv nicht nochmal oder anders fahren.

Nach einem Rücktritt fallen viele Sportler in ein Loch. Angst?

Nein, das passiert mir nicht. Ich habe schon seit sehr, sehr langer Zeit einen Plan, wie es weitergeht.

Interview: Thomas Häberlein

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