National eine Macht

von Redaktion

Der FC Bayern überzeugt beim 6:0 gegen Mainz – Kovac lobt Spielwitz

VON ELISABETH SCHLAMMERL

München – Vier Tage nach dem ernüchternden Champions League-Aus gegen den FC Liverpool hat der FC Bayern einen neuen Beweis geliefert, dass er es ist, der wenigstens national derzeit der Konkurrenz die Grenzen aufzeigt. Mit dem 6:0 gegen den FSV Mainz 05 gestern Abend setzten die Münchner ihre Bundesliga-Schützenfeste fort – und eroberten die am Samstag an Dortmund kurzfristig verloren gegangene Tabellenführung zurück. Vor allem der umtriebige James glänzte gegen die Rheinhessen, er allein traf dreimal, für die andern Bayern-Tore sorgten Robert Lewandowski, Kingsley Coman und Alphonso Davies.

„Wir haben gezeigt, dass wir dabei sind“, stellte Trainer Niko Kovac fest. Er hatte „sehr viel Esprit, sehr viel Spielwitz“ gesehen und zog ein zufriedenes Fazit: „Es ist nicht immer Mittwoch, es ist nicht immer Liverpool.“

Auf fünf Positionen veränderte der Bayern-Trainer seine Mannschaft gegenüber dem Champions League-Duell mit Liverpool unter der Woche – und auch sonst erinnerte zu Beginn nicht mehr viel an jene unselige Partie gegen die Engländer, in denen der deutsche Rekordmeister die Grenzen aufgezeigt bekam.

Gestern begannen die Bayern so schwungvoll, als ob sie sich den am Mittwoch vermissten Offensivdrang für die Bundesliga und das Spiel gegen die Mainzer aufgehoben hätten. Es waren noch keine zwei Minuten gespielt, da tauchten sie das erste Mal gefährlich vor dem Tor von Mainz-Keeper Florian Müller auf, allerdings wurde David Alabas Schuss aus elf Metern noch geblockt. Eine knappe Minute später lag der Ball aber dann im Netz des Mainzer Tores. Alaba hatte auf links viel Platz und zirkelte eine Flanke präzise vors Tor, wo Robert Lewandowski den Ball volley nahm und zum 1:0 traf (3. Minute). Kurz darauf hätte Lewandowski beinahe ein zweites Mal getroffen, aber sein Versuch, den Ball über den Mainzer Torhüter zu heben, war zu lässig vorgetragen. Müller konnte klären.

Anschließend nahmen sich die Münchner eine kleine Pause und brachten damit die Rheinhessen ins Spiel. Mainz stand nun nicht mehr ganz so tief in der eigenen Hälfte. Als Jean-Philippe Mateta auf der linken Seite sich davon stahl und Tempo Richtung Manuel Neuer aufnahm, passte Jerome Boateng glänzend auf und spitzelte dem Franzosen den Ball vom Fuß (16.). Ein paar Minuten später scheiterte Mateta mit einem Schuss von der Strafraumgrenze.

Die Bayern wirkten in dieser Phase ein bisschen zu sorglos, und beinahe wäre auch Neuer das zweite Malheur der Woche unterlaufen, als sein Pass von Jean-Paul Boetius geblockt wurde. Der Ball sprang in die Höhe, war aber dann eine sichere Beute des Münchner Kapitäns.

Nach einer halben Stunde war die kleine Mainzer Druckphase aber schon wieder Geschichte. Der FC Bayern bekam Ball und Spiel wieder unter seine Kontrolle – und dann fiel auch schon das 2:0. Leon Goretzka hatte in der Mitte eine Flanke von Kimmich für den herbeieilenden James abgelegt, und der Kolumbianer schoss den Ball platziert flach ins Toreck (33.). Und noch vor der Pause war die nun wieder sehr einseitige Partie auch schon entschieden. Thiago schickte den flinken Kingley Coman auf der linken Seite, und statt den mitlaufenden Lewandowski zu bedienen, entschied sich der Franzose, selbst zu schießen – und traf zum 3:0 (39.).

Die deutliche Führung nahmen die Zuschauer auf den unteren Plätzen zum Anlass, sich frühzeitig ins Trockene zu bringen. Die Bayern hatten die Tabellenführung zu diesem Zeitpunkt auf vier Tore Vorsprung auf Dortmund ausgebaut. Am Ende betrug der Vorsprung sieben Treffer.

Der Tabellenführer hatte noch nicht genug – besser gesagt, James hatte noch nicht genug. Der Südamerikaner erhöhte zunächst auf 4:0 (51.) und kurz darauf auf 5:0 (59.). Der Rest der Partie war ein besseres Trainingsspielchen für den FC Bayern. Für den Endstand sorgte der eingewechselte kanadische Nationalspieler Davies mit seinem Premieren-Tor für die Münchner (70.).

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