Gereift in der Vaterrolle

von Redaktion

Leroy Sané ist bereit, bei der Nationalmannschaft mehr Verantwortung zu übernehmen

Wolfsburg – Einen Tag nach seiner aufsehenerregenden Ankunft bei der Nationalmannschaft im auffälligen Designer-Mantel äußerte sich Leroy Sané gestern zu seinen Luxus-Klamotten – und blieb cool. „Das ist sicher Geschmackssache. Ich habe morgens in meinen Kleiderschrank geschaut, dachte mir: Das ist das, was ich anziehen will“, sagte Sané.

Der Nationalspieler hat sich für die Zukunft ohnehin Folgendes vorgenommen: Nicht nur wegen seiner Bling-Bling-Klamotten neben dem Platz, sondern mit seinen Leistungen im DFB-Dress auf dem Platz zu glänzen, am besten schon heute Abend im Testspiel gegen Serbien. Dabei gibt er sich durchaus selbstkritisch: „Mein Ziel ist, immer gut zu spielen. Ich will da weitermachen, wo ich in den letzten Spielen aufgehört habe, aber da gibt es noch einiges zu verbessern.“

Ein anderes Ziel, dass sich der 23-jährige Flügelflitzer von Manchester City gesetzt hat, ist mehr Verantwortung zu übernehmen. Wer ihm dabei hilft, diese ungewohnte Rolle auszuführen? Töchterchen Rio-Stella, die im vergangenen September zur Welt kam. Wenn er über sie spricht, leuchteten Sanés Augen, und der schüchterne Nationalspieler will gar nicht mehr aufhören zu schwärmen. „Wenn ich nach Hause komme, ist da meine Tochter. Egal, was auf der Welt passiert, damit habe ich dann gar nichts mehr am Hut. Ich habe meine Augen und meinen Kopf nur bei ihr und bin für sie da“, sagt er. Durch die neue Verantwortung im Privatleben fühlt sich Sané sich gereift. „Das hilft einem in der Entwicklung weiter. Dass man sich selber noch besser kennenlernt in bestimmten Situationen“, sagt er. Seine Vaterrolle sei eine komplett andere Situation, die auf ihn zugekommen sei. Das erwartet ihn künftig auch bei der Nationalmannschaft.

Neben Sané saß gestern Neuling Lukas Klostermann von RB Leipzig auf dem Podium in Wolfsburg. Der 22-Jährige durchlief mit Leroy einige Jugendmannschaften des DFB. Er hat kein Problem damit, seinen fast gleichaltrigen Mitspieler als Leader anzusehen. „Das Thema Führungsspieler hat für mich nichts mit dem Alter zu tun. Wenn ich Leroys Entwicklung anschaue, hat er sehr viel richtig gemacht. Da macht es für mich keinen Unterschied, ob er ein paar Jahre älter ist oder gleich alt ist“, sagte der Abwehrspieler. Beim DFB begrüßt man intern, dass Leroy künftig Verantwortung übernehmen möchte und hat mit Freude registriert, dass er durch die Geburt seiner Tochter erwachsener geworden ist.  Manuel Bonke

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