Wien – Der österreichische Skirennläufer Marcel Hirscher hat sich noch nicht entschieden, ob er seine Karriere in der kommenden Saison fortsetzen wird. Es gebe eine Tendenz von „49:51“, aber er wolle nicht sagen, in welche Richtung, ließ er auf einer Pressekonferenz gestern in Wien wissen. Er sei ein Gefühlsmensch, diese „Lebensentscheidung“ werde er auf sich zukommen lassen und gemeinsam mit der Familie treffen. Hirscher ist seit vergangenem Jahr verheiratet und Vater eines Sohnes. „Ich bin jetzt zehn Jahre in dem ganzen Zirkus dabei, und dass man da früher oder später Federn lässt, ist ganz klar. Mal sehen, wie ich in den Sommer reinkomme“, sagte Hirscher. Gegen Ende der gerade zu Ende gegangenen Alpin-Saison sei er „,sehr, sehr müde“ gewesen.
Der 30-Jährige hat in diesem Winter erneut den Gesamtweltcup gewonnen, bei der WM im schwedischen Are holte er Gold im Slalom und Silber im Riesenslalom. Insgesamt gewann der 30-Jährige in seiner Karriere sieben Goldmedaillen bei Weltmeisterschaften, zwei bei Olympischen Spielen, dazu acht Gesamtweltcup-Siege und jeweils sechs kleine Kristallkugeln für die Slalom- und die Riesenslalom-Wertungen. Im Weltcup stand Hirscher 67 Mal ganz oben auf dem Treppchen – nur der Schwede Ingemar Stenmark war bei den Männern in dieser Statistik noch erfolgreicher.
Hirscher hatte zuletzt die Spekulationen über ein mögliches Karriereende angeheizt. Den abgelaufenen Winter 2018/2019 bezeichnete er bereits als „Extrasaison“ und gab nach dem Finale in Soldeu/Andorra zu: „Grundsätzlich wäre letztes Jahr der perfekte Zeitpunkt zum Aufhören gewesen.“ Vor allem den „ganzen Wahnsinn drumherum“, sagte Hirscher, möge er nicht besonders. „Und es wird immer mehr.“ Der alpine Ski-Zirkus hat am Ende der Saison in Felix Neureuther, Aksel Lund Svindal und Lindsey Vonn bereits einige Stars verloren. dpa/mm