Lehrstunde in Piräus

von Redaktion

Bayerns Basketballer gehen in der Euroleague 69:89 unter und verlieren weiter an Boden

VON FABIAN RIESE

Piräus – Sie hatten lange daran glauben dürfen, dass es vielleicht schon in diesem Jahr zum Sprung unter die ganz Großen des Kontinents reichen könnte. Doch im Endspurt der Euroleague-Hauptrunde geht den Basketballern des FC Bayern nun doch langsam aber sicher die Luft aus. 69:89 (31:50) musste sich der Deutsche Meister nun auch bei Olympiakos Piräus geschlagen geben. Die dritte Niederlage in Folge – Platz acht gerät zunehmend außer Reichweite.

Und wenn es bei den Bayern eine Idee gab, wie es beim zweimaligen Champion mit einem Erfolg klappen könnte, dann war die schnell dahin. Piräus machte den Münchnern mit einer giftigen Defensive das Leben schwer. Und vorne? Spielten die langen Männer wie Nikola Milutinov (20 Punkte) und Zach LeDay (23) auch ohne die Zuspiele des verletzten Spielmachers Vasilis Spanoulis unter dem Korb mit den Bayern phasenweise Katz und Maus. 28 Punkte hatte das serbisch-amerikanische Duo zusammen alleine bis zur Pause gesammelt. Am Ende waren es deren 43 und damit beinahe die Hälfte der gesamten griechischen Punkteausbeute.

Was auch Rückkehrer Devin Booker als Hinweis verstehen kann. Europa ist ein weit heißeres Pflaster als zuletzt das lockere Bundesliga-Duell mit dem Mitteldeutschen BC.

19 Punkte hatte Piräus so zur Halbzeit schon zwischen sich und die Münchner gelegt. Die ernsten Hoffnungen waren da schon dahin. Und Petteri Koponen murrte: „Wir waren in der Defensive einfach nicht gut genug, sie haben spielen können, was sie spielen wollten.“

Nur kurz, ganz kurz zu Beginn der zweiten Halbzeit demonstrierten sich die Bayern auch selbst, wie es hätte funktionieren können. Da glückten ein paar Stops und die Münchner schlossen den ein oder anderen Angriff konsequenter ab. Allen voran Koponen selbst, der fünf Dreier versenkte (15 Punkte).

Doch ein paar gute Minuten reichen in der Königsklasse halt nicht. Vor allem weil die Münchner einem Problem treu blieben, dass sich schon durch die ganze Saison zieht. Man bekam die Abpraller nicht in den Griff. Alleine 42 griffen die konseqent aufspielenden Griechen ab, davon deren zwölf am offensiven Brett. Zehn zweite Wurfchancen also – die Bayern (23 Rebounds) brachten es auf deren vier. Das ist ein Defizit, das man in der Bundesliga über individuelle Klasse ausbügeln können. In der Königsklasse ist es des Guten zu viel und eine Hausaufgabe für die Macher um Marko Pesic fürs kommende Jahr. Dann würden die Bayern dem Glauben an die Playoffs gerne Taten folgen lassen.

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