Rotterdam – Auf dem Fahrrad zur Fußball-EM – ganz locker haben es die niederländischen Nationalspieler vor dem Quali-Start und dem Wiedersehen mit Deutschland angehen lassen. „Straße zur EURO 2020 – auf die niederländische Art“, twitterte Georginio Wijnaldum unter einem Foto, das sein Team auf Mountainbikes zeigt. Vorneweg: Virgil van Dijk, der mit seinem Kopfballtor für den FC Liverpool zuletzt den FC Bayern ziemlich geärgert hatte.
Beim 2:2 im Nations-League-Rückspiel vor vier Monaten in Gelsenkirchen hatte der Kapitän auch der Mannschaft von Bundestrainer Joachim Löw sehr weh getan. Van Dijk, der zu den besten Innenverteidiger der Welt zählt, verwehrte der DFB-Auswahl mit seinem Tor zum Ausgleich den Prestigesieg nach dem 0:3 in Amsterdam.
Dort gibt es an diesem Sonntag (20.45 Uhr/RTL) bereits ein Wiedersehen mit dem erneuerten DFB-Team, davor sollen an diesem Donnerstag (20.45 Uhr) in Rotterdam allerdings zunächst drei fest eingeplante Punkte gegen Weißrussland her. Der Europameister von 1988 soll die erfolgsgewohnten Niederländer nach der tiefen Krise im Anschluss an Platz drei bei der WM 2014 wieder zu alter Stärke führen. Auf Club-Ebene ließ zuletzt Ajax Amsterdam aufhorchen, das Nationalteam machte mit dem guten Auftreten in der Nations League einen Anfang nach dem Verpassen der EM 2016 und dem WM 2018 – beides nicht zuletzt auch in Deutschland gern mit Spott begleitet.
Dass die Niederländer sportlich ihre kleine Revanche bekamen, mag Koeman nicht als Vorzeichen für die anstehende Qualifikation nehmen. Das große Selbstvertrauen seiner Landsleute macht er sich nicht zu eigen, die Favoritenrolle sei doch ein „bisschen übertrieben“, findet er. Also nicht besser als Deutschland?
Jetzt geht es erst einmal gegen Weißrussland. Und womöglich hat Koemans Zurückhaltung mit dem bislang letzten Duell gegen die Weißrussen zu tun. In der WM-Qualifi für 2018, als das Ticket schon so gut wie weg war, sorgte Arjen Robben erst in der 84. Minute mit einem Foulelfmeter für die 2:1-Führung. Doch mittlerweile rollt es für die Elftal wieder besser. dpa