München – Der EHC München ist in ein forderndes Viertelfinale in den Eishockey-Playoffs geraten. 2:1 führt er gegen die Eisbären Berlin, die ein anderes Kaliber sind als Bremerhaven in den vergangenen beiden Jahren. Heute in Berlin (19.30 Uhr) muss Meister München verhindern, dass die Eisbären zum 2:2 ausgleichen.
Das Hier und Jetzt beschäftigt den EHC – zugleich ist er aber auch damit beschäftigt, die Zukunftsplanungen voranzutreiben. Was klar ist: Kommende Saison wird es eine gravierende Veränderung im Trainerstab geben: Co-Trainer Matt McIlvane verlässt München – mit dem klar definierten Ziel der Rückkehr. Er soll in zwei, drei Jahren Head Coach Don Jackson ablösen.
Matt McIlvane wechselt innerhalb der Firma – zum EC Red Bull Salzburg. Die Österreicher haben sich Ende Februar von Greg Poss getrennt, bis Saisonende ist der bisherige Assistent Andreas Brucker verantwortlich. Doch er hat keine Chance, Chef zu bleiben. Er hält den Platz frei für McIlvane.
Der Amerikaner war 2013/14 Co-Trainer in Salzburg gewesen. Anschließend wechselte er mit Don Jackson nach München. Jackson hat McIlvane einen großen Verantwortungsbereich überlassen: das Training des Unterzahlspiels (München gehört immer zu den Top-Teams der Liga in dieser Kategorie), die Video-Vorbereitung auf den nächsten Gegner, das Sommer-Eistraining in der Red-Bull-Akademie in Liefering mit den deutschen Spielern. Zudem fallen die Ansagen in den Drittelpausen und die Instruktionen bei Auszeiten in McIlvanes Bereich. Auch Marco Sturm griff als Bundestrainer auf die Kompetenz von McIlvane zurück. Er war Co-Trainer beim Silbermedaillengewinn 2018 in Pyeongchang, bei einigen Nationalspielern galt er gar als Bundestrainer-Wunschkandidat.
Doch „Superhirn“ McIlvane ist erst 33, seine eher schmucklose Spielerkarriere hatte er als 26-Jähriger beendet. Für einen Cheftrainer bei einem dreimaligen Deutschen Meister wäre er noch zu jung, deswegen wird er zur Reifung nach Salzburg geschickt. In München wird er auf Jackson, 62, folgen, wenn der mal genug hat.
Der EHC München wird zumindest für kommende Saison einen neuen Assistenten benötigen. In der Mannschaft gibt es ebenfalls einige Veränderungen. Michael Wolf hört mit Eishockey auf, seine Position auf dem Feld soll, wie schon berichtet, Philipp Gogulla (Düsseldorfer EG, Ex-Nationalspieler) einnehmen, Gerüchtehalber soll auch Gogullas Nebenmann bei der DEG, Jaedon Descheneau nach München wechseln. Der 24-jährige Stürmer – 51 Scorerpunkte in 52 Hauptrundenspielen, je drei Tore und Vorlagen in bislang drei Playoff-Partien – verhandelt allerdings auch mit Interessenten aus der Schweiz.
Descheneau könnte Nachfolger von Justin Shugg werden, der kandische Stürmer steht beim EHC München auf der Kippe und in den Playoffs unter verstärkter Beobachtung. Ryan Button, in Münchens Verteidiger-Hierarchie die Nummer sieben, wird von seinem früheren Club Iserlohn umworben. Der Wechsel von Tobias Eder zur Düsseldorfer EG gilt als sicher.
Der in Salzburg trotz der Erfolge in der Champions Hockey League (CHL) vor die Tür gesetzte Greg Poss scheint den Anschluss-Job in der kommenden Saison sicher zu haben. Dem Vernehmen nach übernimmt der frühere Bundestrainer die Eisbären Berlin. Er wird München und Red Bull also noch oft begegnen. Und schon jetzt genau hinsehen.