AUSBILDUNG

Neues Learning

von Redaktion

Nach elf Jahren reformiert der DFB seine Fußball-Lehrer-Ausbildung. Sie findet bis zur Eröffnung des Frankfurter DFB-Campus (2021) in der Hennes-Weisweiler-Akademie in Hennef statt.

Was anders wird: Sie dauert künftig elf statt neun Monate. Allerdings wird der Lehrgangsteilnehmer mehr Zeit bei seinem Verein verbringen können. Der DFB stellt um auf „Blended Learning“, eine Mischung aus Präsenzpflicht und Studium zuhause. Beim „Social Video Learning“ geht es darum, so Tobias Haupt, der Leiter der DFB-Akademie, „um taktische und sportwissenschaftliche Dinge. Ob ich mich in Hennef acht Stunden berieseln lasse oder zuhause ein Script lese und mich mit dem Dozenten und den Mitstudenten austausche, ist effektiver als Frontalunterricht.“ Indes: „Wie ich vor einer Mannschaft stehe, muss ich eins zu eins lernen.“

Weitere Änderungen: Profis, die bald aufhören, sollen auf die Perspektiven einer Trainerkarriere angesprochen, also gescoutet werden. Und man will die Zulassung zum Fußball-Lehrer-Lehrgang überdenken. Da die Teilnehmerzahl auf 24 limitiert ist, scheitern viele mit ihrer Bewerbung. Tobias Haupt will, dass Trainer, die in den vorangegangenen Ausbildungsstufen einen sehr guten Abschluss hinlegten, berücksichtigt werden, auch wenn sie nicht den großen Namen haben. „Es hat sich gezeigt, dass die, die mit guten Noten in den Fußball-Lehrer-Lehrgang kamen, auch dort hervorragende Leistungen erzielten.“

Chef der Fußball-Lehrer-Ausbildung ist Daniel Niedzkowski, der seinen ersten Lehrgang zu Ende gebracht hat. Vorgänger Frank Wormuth hatte sich nach zehn Jahren zum niederländischen Club Heracles Almelo verabschiedet.

Mittlerweile haben über 900 Männer und Frauen das Fußball-Lehrer-Diplom in der Tasche. Allerdings: Nicht jeder Absolvent kommt gut unter, die Stellen in Proficlubs, Amateurvereinen, die sich einen hauptamtlichen Trainer leisten, und Nachwuchsleistungszentren sind limitiert, zudem kommt Trainerkonkurrenz aus dem Ausland auf den deutschen Markt. „Sichtbar werden nur ein paar Prozent unserer Fußball-Lehrer“, sagt Tobias Haupt, „wir müssen uns Gedanken machen, was mit denen ist, die nicht in der 1., 2., 3. Liga arbeiten. Die, die durchs Raster gefallen sind, sollen in der Akademie eine Heimat finden.“  gük

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