Winterberg – Kleine Kristallkugel für Stefan Baumeister, zweite Plätze für den Feldkirchen-Westerhamer und seine Sonthofener Kollegin Selina Jörg: Die deutschen Raceboarder haben ihre starke Saison beim Weltcup-Finale in Winterberg mit herausragenden Resultaten gekrönt, auch wenn Jörg im Gegensatz zu Baumeister der Gesamtsieg verwehrt blieb.
Die Weltmeisterin aus dem Allgäu verpasste im Finale des Parallel-Slaloms gegen die Schweizerin Patrizia Kummer die Wiederholung ihres Vorjahreserfolges im Sauerland nur um 0,01 Sekunden, zur kleinen Kristallkugel fehlten ihr 20 Punkte. „Das ist nichts“, sagte Jörg, 31: „Ich habe mich noch nie so über einen zweiten Platz geärgert.“ Die Disziplinwertung ging an Julie Zogg (Schweiz), im Gesamtweltcup wurde Jörg hinter Olympiasiegerin Ester Ledecka (Tschechien) ebenfalls Zweite.
Der zweimalige WM-Dritte Baumeister scheiterte im Endlauf am Österreicher Lukas Mathies, sicherte sich damit aber überraschend als erst sechster Deutscher einen Gesamttitel. „Es ist unglaublich. Das ist einfach das Größte, was man als Sportler erreichen kann“, sagte der 25-Jährige, „das ist mehr wert als eine WM-Medaille, weil es zeigt, dass man über das ganze Jahr hinweg konstant gefahren ist.“
Zufrieden sein konnte auch Cheyenne Loch vom SC Schliersee, die Siebte wurde. Das Trio aus Bischofswiesen – Carolin Langenhorst, Ramona Hofmeister und Melanie Hochreiter – verfehlte die Finalläufe und musste sich mit hinteren Platzierungen begnügen. Langenhorst belegte Platz 20, Hofmeister wurde 23. Hochreiter 29. Bei den Männern belegte der 19 Jahre alte Elias Huber (SC Schellenberg) als 36. die zweitbeste deutsche Platzierung
In Winterberg verabschiedete sich die Olympia-Zweite von 2014, Anke Wöhrer (33, früger: Karstens), vom Weltcup-Zirkus. Die Oberbayerin, die seit Pyeongchang wegen ihrer Schwangerschaft und der Geburt ihrer Tochter keine Rennen mehr bestritten hatte, beendete stilecht ihre Karriere – im Dirndl. Neben der Silbermedaille in Sotschi holte sie zwei Weltcup-Siege. In ihrem 96. und letzten Rennen belegte sie Platz 36.
„Natürlich kämpft man mit der einen oder anderen Träne, wenn man weiß, dass es endgültig vorbei ist“, sagte Wöhrer. Sie tritt bei der Bundespolizei eine Stelle im administrativen Bereich an und wird den B-Trainerschein machen. dpa