Doping
In den Doping-Skandal um den Erfurter Sportarzt Mark S. sind offenbar auch deutsche Sportler involviert. Wie die ARD-Dopingredaktion gestern berichtete, soll ein deutscher Eisschnellläufer und Olympia-Teilnehmer wiederholt sein Blut vom Erfurter Netzwerk manipuliert haben lassen. Der Name des betroffenen Eisschnellläufers sei der Nationalen Anti Doping Agentur (NADA) mittlerweile bekannt. Die Deutsche Eisschnelllauf-Gemeinschaft (DESG) kündigte eine Stellungnahme „zu einem späteren Zeitpunkt“ an. Auch weitere involvierte Sportler sollen laut der ARD-Dopingredaktion aus Deutschland kommen. Nach Angaben der Schwerpunktstaatsanwaltschaft Dopingkriminalität in München sind derzeit 21 Sportler aus acht europäischen Ländern im Rahmen der „Operation Aderlass“ im Visier der Ermittler. In zwölf Ländern sollen sie zwischen 2011 und 2019 unter Anleitung des Erfurter Netzwerks Eigenblut-Doping betrieben haben. „Ein nicht unerheblicher Teil der Athleten war im Radsport tätig“, sagte Oberstaatsanwalt Kai Gräber der ARD: „Auch Radsportler sind betroffen, die an großen und langen Rundfahrten teilgenommen haben.“
Skilanglauf
Die norwegische Skilangläuferin Ingvild Flugstad Östberg hat zum ersten Mal den Gesamtweltcup gewonnen. Der 28 Jahre alten Staffel-Olympiasiegerin von Pyeongchang reichte beim Weltcupfinale in Quebec ein dritter Rang, um sich souverän die große Kristallkugel zu sichern. Es war der sechste Sieg einer Norwegerin in der Gesamtwertung in Serie. Das abschließende 10-km-Verfolgungsrennen im freien Stil und damit die dreitägige Wettkampfserie in Ostkanada gewann die Schwedin Stina Nilsson mit 12,9 Sekunden Vorsprung auf Norwegens Topstar Therese Johaug. Beste Deutsche war Katharina Hennig (Oberwiesenthal) auf Platz 17. Johaug hatte am Samstag erstmals seit mehr als drei Jahren eine Niederlage in einem Distanzrennen kassiert. Im Klassik-Massenstart über 10 km musste sie sich im Zielsprint Nilsson geschlagen geben.
Eiskunstlauf
Die Deutsche Eislauf-Union steckt nach dem enttäuschenden Abschneiden bei den Weltmeisterschaften in Saitama in einer Krise. „Wir sind in einer kritischen Phase. Eine Krise hat aber auch etwas Gutes“, erklärte DEU-Sportdirektor Udo Dönsdorf nach den am Samstag zu Ende gegangenen Welttitelkämpfen in Japan. „Wenn man das erkennt und die richtigen Entscheidungen trifft, kann der Weg nach vorne wieder geöffnet werden.“ In drei Disziplinen haben deutsche Läufer mit dem Erreichen der Kür-Finals das Minimalziel erreicht. Für die beste deutsche Platzierung sorgten die Berliner Paarläufer Minerva Fabienne Hase/Nolan Seegert mit dem 13. Rang. Besonders enttäuschend war der 28. Platz des deutschen Meisters Paul Fentz (Berlin), der als einziger DEU-Starter den Sprung in den Kür-Endkampf nicht schaffte.