Frankfurt – Vor der nächsten Runde im jahrelangen Streit um die Übernahme von Polizeikosten bei Hochrisikospielen geht die Hansestadt Bremen in die Offensive. Ihre Vorwürfe in Richtung der Deutschen Fußball Liga (DFL) sorgen bei den DFL-Machern allerdings weiter für heftiges Kopfschütteln.
„Die öffentliche Sicherheit mit einem Preisschild zu versehen und den Fußball in eine Kostenverantwortung zu nehmen, ist aus Sicht der DFL der falsche Weg“, schreibt Präsident Reinhard Rauball vor der Verhandlung am Dienstag beim Bundesverwaltungsgericht in Leipzig im DFL-Magazin. Der Fußball sei keinesfalls „Verursacher von Gewalt“, die Gewährleistung der Sicherheit somit „Kernaufgabe des Staates“.
Bei brisanten Begegnungen, die einen erhöhten Einsatz von Beamten notwendig machen, muss die DFL aber die zusätzlichen Kosten tragen. Finden zumindest die Politiker in Bremen. Und so urteilte im Februar 2018 auch das dortige Oberverwaltungsgericht. Das nun bevorstehende letztinstanzliche Urteil des Bundesverwaltungsgerichts kann die unterlegene Partei nur noch vor dem Bundesverfassungsgericht prüfen lassen.
Bremens Bürgermeister Carsten Sieling (SPD) ärgert sich im Gespräch mit der Rheinischen Post darüber, dass bei der DFL „nur ans Geld gedacht wird“. Seine Mutmaßung, wonach „die Bevölkerung nahezu geschlossen für unseren Weg der Kostenbeteiligung des Profi-Fußballs“ ist, stützt eine repräsentative Umfrage von Infratest Dimap im Auftrag der WDR-Sendung Sport inside. Demnach befürworteten 90 Prozent die Weiterleitung der Mehrkosten an die DFL-Zentrale in Frankfurt. Nach dem ersten Gebührenbescheid der Stadt Bremen aus dem Jahr 2015 (425 718 Euro) sind laut Rauball für sechs weitere Begegnungen Rechnungen eingegangen. sid