Leipzig – Werder Bremen gegen den HSV. Schalke gegen Dortmund. Im deutschen Profifußball gibt es jedes Jahr rund 50 Hochrisikospiele, die erhöhte Sicherheitsvorkehrungen erfordern. Wer für diese zusätzlichen Polizeikosten aufkommen muss, ob wie bislang der Steuerzahler oder vielleicht sogar bald die Vereine selbst, das soll in dieser Woche nach langen Rechtsstreit entschieden werden.
An diesem Dienstag verhandelt das Bundesverwaltungsgericht in Leipzig in dritter Instanz das Verfahren zwischen dem Bundesland Bremen und der Deutschen Fußball Liga. Mit einem Urteil wird am Freitag gerechnet. Sollten die Bremer Recht bekommen und danach auch andere Bundesländer der DFL zusätzliche Polizeieinsätze in Rechnung stellen, kämen auf den Profifußball geschätzte Mehrkosten von rund 20 Millionen Euro pro Jahr zu.
Natürlich geht es ums Geld. Verhandelt werden aber auch Grundsatzfragen. Ist die öffentliche Sicherheit nicht alleinige Sache des Staates? Inwieweit kann ein Club dafür verantwortlich gemacht werden, wenn einzelne Personen in seinem Namen randalieren? Oder aber: Kann der Profifußball weiterhin Millionen erwirtschaften, ohne Verantwortung zu übernehmen? Nach dem Urteil soll Klarheit herrschen. Danach ist nur noch eine Überprüfung durch das Bundesverfassungsgericht möglich. dpa