Bad Tölz – Für Eishockey-Spieler gibt es mehrere Anreize, gut zu spielen: Sportlicher Erfolg, Kampf um Klassenerhalt oder Meisterschaft, sich einem potenziellen oder dem eigenen Arbeitgeber zu empfehlen. Die ersten Punkte sind bei den Tölzer Löwen gegeben. Sie kämpfen in der DEL2 in der Playdown-Serie mit Freiburg gegen den Abstieg. Das sollte Anreiz genug sein, alles zu geben. Doch etwas scheint den Tölzern zu fehlen: Unerklärliche Leistungsschwankungen führten zu einem 1:3-Rückstand gegen die Breisgauer, die sie in der Punktrunde noch weitgehend im Griff hatten.
Damit stehen die Löwen vor dem vierten Spiel der Serie heute 19.30 Uhr) in Tölz mit dem Rücken zur Wand. Bisher gelang nur ein äußerst mühsamer 2:1-Heimsieg in der zweiten Verlängerung nach 87 Minuten – das war am Freitag. Die gute Chance zum Serienausgleich vergaben die Tölzer am Sonntag beim 3:4 in Freiburg kläglich. Sie legten auf 3:1 vor, erarbeiteten sich berechtigte Ambitionen auf den zweiten Sieg.
Doch im Schlussdrittel flatterten nicht nur Trainer Scott Beattie die Nerven: Eine umstrittene Strafzeit für Tölz, ein Powerplay-Treffer für Freiburg und der Ausgleich nach einem Komplettversagen der Tölzer Verteidigung. „Zu wenig Hunger“ (Beattie) sorgte dafür, dass die Löwen sich das Spiel und den Sieg aus der Hand nehmen ließen. Beattie hat keine wirkliche Erklärung für die Schwächephasen. Nur so viel: „Beide Mannschaften kämpfen um das gleiche Ziel, es gibt Phasen, da sind wir stärker, und Phasen, da ist Freiburg stärker.“
Dabei hat Tölz alle Leistungsträger an Bord, theoretisch stünden vier Reihen zur Verfügung, auch wenn Beattie auf manche Talente verzichtete. Ihm wäre es jedoch lieb, wenn die Löwen Gelegenheit hätten, eine ihrer heuer stärksten Waffen einzusetzen: das Überzahlspiel. „Wir hatten sechs Drittel ohne Powerplay. Wenn wir noch gewinnen wollen, sollten wir Freiburg unbedingt in Unterzahl bringen.“ NICK SCHEDER