Garmisch-Partenkirchen – Im Detail erinnert sich Franz Reindl nicht mehr an seine aktive Zeit. Liegt ja auch ein paar Jährchen zurück. Wie viele Länderspiele er „daheim“ in Garmisch-Partenkirchen absolviert hat – „da haben sie mich auf dem falschen Fuß erwischt“, räumt er ein. Eine spezielle Begegnung fällt ihm aber doch ein. Im April 1977 war’s. Gegen Kanada ging es im Olympia-Eisstadion. In der unmittelbaren WM-Vorbereitung für die Titelkämpfe in Wien. „Das war heftig“, sagt der Präsident des Deutschen Eishockey-Bunds. „Nicht nur auf dem Eis.“ Deutschland forderte die kanadischen Superstars. Mehr, als denen lieb sein konnte, verlor nur 2:3. „Alois Schloder hat sich damals mit Phil Esposito angelegt, daraus wurde eine Privatfehde, die bis zur WM in Wien ging.“ Eines steht für ihn fest: „Länderspiele in Garmisch-Partenkirchen waren immer von einer besonderen Atmosphäre geprägt, stets außergewöhnlich.“
Und viele an der Zahl sind es obendrein. 53-mal hat das Nationalteam dort bisher gespielt, nur in München war das A-Team in seiner Historie seit 1910 aufgrund der Deutschland-Cups öfter zu Gast. Nun kehrt der DEB zurück in die altehrwürdige Halle. Am Samstag, 13. April, (20 Uhr) geht es – zwei Tage nach dem ersten Test in Kaufbeuren – gegen die Slowakei. Ab 8. April bestreitet das Team unter Coach Toni Söderholm ein achttägiges Trainingslager als Auftakt der Vorbereitung auf die Weltmeisterschaft im Mai in der Slowakei.
Das Interesse ist da. 3500 Tickets sind bereits verkauft. Das freut Reindl. Denn natürlich ist der Abstecher in seine Heimat auch eine Art Hommage an den SC Riessersee, den Traditionsklub. Der hat nach dem Sturz in die Oberliga wieder harte Zeiten hinter sich hat. „Das ist schon ein Zugeständnis an diese Region“, räumt Reindl ein. „Wir wollen das Eishockey da unten unterstützen.“
Auch Söderholm ist es eine Rückkehr. Er coachte zweieinhalb Jahre das unterklassige Team im Auftrag des EHC München. „Ich hatte dort eine sehr schöne Zeit“, sagt der Finne. Mit einer „guten Mischung aus jungen und erfahrenen Spielern“ will er gegen den WM-Gruppengegner antreten. Die endgültige Nominierung erfolgt heute oder morgen. CHRISTIAN FELLNER