Bayerns Euroleague-Abschied

Die Lokomotive nimmt Fahrt auf

von Redaktion

PATRICK REICHELT

Am Ende ist in dieser Euroleague-Saison also alles wie immer. Die „üblichen Verdächtigen“ wie Fenerbahce Istanbul, Real Madrid oder ZSKA Moskau streiten sich um Europas Basketball-Krone. Und die Bundesliga schaut zu. Der FC Bayern ist dem illustren Kreis zwischenzeitlich sehr nahe gekommen, am Ende jedoch ist es ihm so ergangen wie seinen Vorgängern. Dass es für den Deutschen Meister nicht gereicht hat, hat nichts mit Glück oder Pech zu tun. Die Bayern funktionierten, wenn ihre Besten funktionierten. Und am Ende mussten sogar Derrick Williams oder Vladimir Lucic feststellen, dass auch bei Unermüdlichen die Kräfte endlich sind. Die Tabelle lügt nicht. Wenn das Viertelfinale steigt, dann sind die Bayern 2018/19 zurecht (noch) nicht dabei.

Ernsthaft ärgern muss sich deshalb niemand. Die Saison fiel weit besser aus, als es zum Auftakt zu befürchten war, als man zur Begrüßung auf Europas großer Bühne von Anadolu Istanbul im Audi Dome fürchterlich verprügelt worden war. Die Münchner waren konkurrenzfähig und wurden nicht umsonst erst am vorletzten Spieltag vom Playoffzug abgehängt. Das sind Erfahrungen, die weiterhelfen. Wenn die Bayern nun auch noch die richtigen Schlüsse aus dem Erlebten ziehen, dann ist der nächste Schritt nur eine Frage der Zeit.

In der Bundesliga wird man es mit Interesse verfolgen. Denn klar ist: Was die Bayern da tun, das hat Auswirkungen auf die ganze nationale Eliteklasse. Leute wie der damalige BBL-Geschäftsführer Jan Pommer hatten es ja schon beim Münchner Aufstieg 2011 prophezeit: Diese Bayern werden eine Lokomotive für die BBL sein. Und genau so ist es gekommen. Im Sog der Münchner entwickelte sich die gesamte Liga kontinuierlich nach oben. Organisatorisch gilt die Bundesliga schon jetzt als heimliche Nummer eins des Kontinents. Die Budgets haben sich rasant weiterentwickelt. Und das macht sich eben zunehmend auch sportlich bemerkbar. Mit Derrick Williams, Luke Sikma oder Nikos Zisis tummeln sich Spieler im Land, für die die BBL vor wenigen Jahren noch auf einer Stufe mit Luxemburg oder Malta gewesen sein dürfte. Und das macht sich auch auf dem Feld zunehmend bemerkbar. Mit Alba Berlin (Eurocup), Brose Bamberg (Champions League) und den Baskets Würzburg greifen gleich drei Bundesligisten dieser Tage nach einer internationalen Trophäe. Und das gab es bis heute in der Tat noch nie.

patrick.reichelt@ovb.net

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