Hongkong – Das Wolfsrudel hat Blut geleckt. Im vierten Anlauf will die deutsche Nationalmannschaft im 7er-Rugby den Sprung in die World Series schaffen. Bei den „Hong Kong Sevens“ spielt das Team von Bundestrainer Vuyo Zangqa ab heute (5.30 Uhr/DAZN) um die Qualifikation für die Eliteliga in der olympischen Variante des Sports. Im Vorjahr fehlten dazu nur wenige Sekunden.
„Wir sind absolut bereit“, sagte der Südafrikaner Zangqa, seit zwei Jahren Cheftrainer des „Wolfpack“ (Wolfsrudel), wie sich die deutsche Auswahl nennt. „Einmal pro Jahr in Hongkong zu spielen“, reiche nicht, um „einen bleibenden Fußabdruck in der Geschichte des deutschen Rugby zu hinterlassen“. Und nicht weniger ist das Ziel bei dem berühmtesten und wichtigsten 7er-Turnier der Welt.
Die „Hong Kong Sevens“ sind kein gewöhnliches Event. Drei Tage ist die Stadt im Rugby-Fieber, 43 000 Fans feiern in der ehemaligen britischen Kronkolonie eine Art Karnevalsparty. Dazu wird hier und nur hier im parallel ausgetragenen Qualifikations-Turnier ein Startplatz für die World Series ausgespielt.
Dreimal hat Deutschland die Eintrittskarte für die Eliteliga zuletzt knapp verpasst. 2016 verlor die DRV-Sieben im Halbfinale, 2017 im Endspiel gegen Spanien und 2018 führte sie im Finale gegen Japan bei Ablauf der regulären Spielzeit sogar – wurde in der Nachspielzeit aber brutal aus allen Träumen gerissen. Auch diesmal gehört das deutsche Team deshalb zum engeren Favoritenkreis. Die Konkurrenz scheint allerdings härter denn je. Vor allem Europameister Irland, aber auch Absteiger Russland oder Gruppengegner Chile haben ebenfalls ein Auge auf das World-Series-Ticket geworfen. Zangqa sagte: „Der Fokus ist da, und die Jungs zeigen weitaus weniger Nerven als im Vorjahr.“ Co-Trainer Clemens von Grumbkow meinte: „Wir alle haben das Gefühl, dass wir weiter und besser sind als 2018.“ sid