Herrsching hofft auf zweites Wunder

von Redaktion

Ammerseer Außenseiter ziehen frohgemut ins entscheidende dritte Duell mit Alpenvolleys

VON UMBERTO SAVIGNANO

Unterhaching – Schon der Blick auf die Tribüne lieferte einen Beleg dafür, dass kaum jemand mit diesem Ausgang gerechnet hätte: Gerade mal 1000 Zuschauer wollten das zweite Viertelfinale zwischen den mit 3:2 siegreichen Volleyballern aus Herrsching und den Alpenvolleys Haching sehen. Mitte Februar, als es „nur“ um Punkte ging, war die Unterhachinger Sportarena mit 1500 Besuchern noch ausverkauft gewesen.

Damals hatten die Alpenvolleys souverän mit 3:0 gewonnen, ebenso im Playoff-Hinspiel, wenige Tage zuvor. Nichts schien darauf hinzudeuten, dass sich die Herrschinger in das Entscheidungsspiel um den Halbfinaleinzug retten würden, das nun am Samstag (18 Uhr) in Innsbruck steigt. Selbst ihr Kapitän Lukas Bauer gab zu, dass sich sein Optimismus in Grenzen hielt: „Eine minimale Chance haben wir gesehen.“ Bauer und Co. fanden so schnell in die Erfolgsspur, dass sie sogar die Nerven ihres Trainers schonten. „Ich hatte vom ersten Satz an das Gefühl, dass wir gewinnen“, sagte Max Hauser. „Wir haben taktisch alles umgesetzt, hatten die richtige Einstellung. Deshalb war ich trotz des engen Spiels relativ ruhig.“

Den strahlenden Siegern standen fassungslose Verlierer gegenüber. „Das ist Playoff. Herrsching hat die langen Ballwechsel gewonnen und daraus Selbstvertrauen geholt. Wir haben nicht so clever gespielt und müssen das jetzt in Ruhe analysieren“, gab Alpenvolleys-Coach Stefan Chrtiansky zu Protokoll. Für Manager Hannes Kronthaler war die Ursache des Debakels klar: „Wenn du das ganze Spiel keine Annahme zusammenbringst, kommt so etwas raus. Unser Zuspieler Danilo Gelinski konnte nie in Ruhe das Spiel aufbauen“, kritisierte der Manager der Spielgemeinschaft aus Innsbruck und Unterhaching. Und er räumte ein, dass sich das Zittern am Samstag fortsetzen könnte: „Da haben wir natürlich Druck.“

Was die Gäste vom Ammersee noch einmal ausnutzen wollen, obwohl mit Tim Peter, der im Tie Break umknickte, nach Nick West und Humberto Machacon der dritte Spieler ausfällt: „Wir gehen schon ganz schön auf dem Zahnfleisch, aber ich glaube, dass die Hachinger jetzt zittern müssen. Wir spielen wieder befreit auf, denn dieser Sieg war die verdiente Belohnung für eine geniale Saison“, kündigte Bauer an. Auch Hauser versuchte jeden Druck von seinem Team wegzunehmen: „Die Alpenvolleys bleiben Favorit. Das war schon ein kleines Volleyballwunder.“ Eines, mit dem man auch bei Sport 1 nicht gerechnet hatte. Nach vier Sätzen war die geplante Übertragungszeit vorbei, der Fernsehsender schaltete zum Dart.

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