München – Den ersten Star-Einkauf in Person von Lucas Hernandez haben die Bayern für 80 Millionen Euro für die nächste Saison schon sicher. Einen anderen Transfer-Kracher lehnten die Münchner vorerst ab: Nach Informationen unserer Zeitung wurde dem FC Bayern vor einigen Wochen Barcelona-Star Ivan Rakitic angeboten. Verständlich, immerhin gehört die Zukunft im Mittelfeld der Katalanen ab nächster Saison dem 75-Millionen-Mann Frenkie de Jong.
Die Münchner sahen keinen Bedarf für den kroatischen Mittelfeldspieler. Allerdings flatterte das Angebot bereits vor dem Achtelfinal-Hinspiel der Champions League in Liverpool ins Haus. Seitdem ist es wieder unruhiger geworden an der Säbener Straße: Erst das leblose Königsklassen-Aus im Rückspiel gegen Liverpool, dann das Remis in Freiburg (Folge: Verlust der Tabellenführung). Und nicht zuletzt die Beinahe-Blamage im Pokal gegen Zweitligist Heidenheim.
Vor allem die oft fehlende Balance zwischen Defensive und Offensive bringt Bayern-Trainer Niko Kovac immer wieder zum Verzweifeln. Am Donnerstag erklärte er erstmals öffentlich, dass er sich einen Defensivmann vom Schlage eines N’Golo Kante wünscht: „Nehmen Sie die Franzosen, Kante ist ein Abräumer. Das hat der FC Bayern auch gehabt. Vielleicht fehlt uns der eine oder andere, der zupackt. Aber wir werden ihn suchen!“
Zwar ist Rakitic keiner, der im klassischen Sinne zupackt, doch von seinen Balleroberungen in der Rückwärtsbewegung profitiert sogar eine Mannschaft wie Barca. Zusammen mit Luka Modric führte Rakitic die kroatische Nationalmannschaft 2018 ins WM-Finale, seine Führungsqualitäten sind also unbestritten. Rakitic ist freilich schon 31 Jahre alt, passt somit nicht in die aktuelle Transfer-Strategie der Münchner. Als die Bayern 2014 jedoch Xabi Alonso verpflichteten, war der sogar schon 33 – und drückte dem Bayern-Spiel drei Jahre lang mit seiner Erfahrung seinen Stempel auf. MANUEL BONKE