Haching erneut torlos – und zunehmend ratlos

von Redaktion

0:4 beim KSC, seit 703 Minuten ohne eigenen Treffer – die Abstiegsplätze rücken näher

Karlsruhe – Sieben sieglose Partien hintereinander, insgesamt 703 Minuten ohne eigenen Torerfolg – die SpVgg Unterhaching gerat ernsthaft in Abstiegsgefahr. Beim Drittliga-Topteam Karlsruher SC setzte es erwartungsgemäß die nächste Pleite. Allerdings mussten die Hachinger bei der 0:4 (0:0)-Auswärtsschlappe gleich neun verletzte und erkrankte Stammkräfte ersetzen. Die B-Elf von Trainer Claus Schromm verkaufte sich 50 Minuten recht ordentlich, brach dann aber in der Schlussphase völlig ein.

„Wir sind gut ins Spiel gekommen. Unser Torwart hat uns lange im Spiel gehalten. Wir hatten große Chancen, um in Führung zu gehen, aber Karlsruhe war effektiver“, bedauerte Schromm, der seinen Kader mit Nachwuchsspielern auffüllen musste. Besonders der junge Keeper Nico Mantl, 19, Vertreter des erkrankten Lukas Königshofer, zeigte in der Anfangsphase starke Paraden.

Mit clever vorgetragenen Kontern brachten die Hachinger den KSC einige Male in Bedrängnis. Doch ausgerechnet Spielgestalter Sascha Bigalke vergab nach einer halben Stunde zwei hundertprozentige Tormöglichkeiten. „Das war eine der bittersten Niederlagen meiner Karriere. Wir haben eine überragende erste Halbzeit gespielt. Die KSC-Fans hatten bereits gepfiffen wegen der vergebenen Chancen. Da muss ich mich an die eigene Nase fassen. Wir müssen ganz schnell noch mindestens vier Punkte holen, sonst könnte es noch einmal eng werden“, meinte Bigalke.

In der 50. Minute leistete sich der bis zu diesem Zeitpunkt überragenden Hachinger Torhüter Nico Mantl einen bösen Schnitzer, den Drittliga-Torschützenkönig Anton Fink zur Führung der Karlsruher nützte. Zwar vergab Stefan Schimmer in der 60. Minute noch einmal eine Riesenmöglichkeit zum Ausgleich, doch in der Folge hatte der KSC leichtes Spiel mit den Gästen, deren Gegenwehr immer mehr erlahmte. So sorgten Damian Roßbach (69.) und Marvin Pourie (73. und 85.) noch für ein kleines Karlsruher Schützenfest im Wildparkstadion.

Zu allem Unglück verletzte sich der eingewechselte Alexander Kaltner heftig am Knie und Haching musste die Partie mit zehn Akteuren beenden. „Die Niederlage war extrem bitter, denn wir haben vieles richtig gemacht, aber die Kugel wollte einfach nicht über die Linie. Das passt alles zu unserer derzeitigen Situation“, sagt Schromm der hofft, dass bis zum morgigen Halbfinale im Toto-Pokal gegen Kickers Würzburg wenigstens einige Stammkräfte in den Kader zurückkehren. „Aber da haben wir nur eine Chance, wenn uns endlich ein Tor gelingt“, ahnt Schromm. KLAUS KIRSCHNER

Morgen Toto-Pokal gegen Würzburg

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