Wolfsburg – Clubboss Martin Kind blickte mit großen leeren Augen auf das Spielfeld, Trainer Thomas Doll rang um Erklärungen. Nach der siebten Niederlage hintereinander gehen bei Hannover 96 so langsam die Bundesliga-Lichter aus – und jeder bei den Norddeutschen weiß es.
Nach der 1:3-Pleite beim VfL Wolfsburg sagte Doll mit Blick auf nun sieben Punkte Rückstand zum Relegationsplatz: „Wir sind nicht zu schlecht für die Liga, aber nicht clever und abgezockt genug.“ Es scheint, als habe sich auch Martin Kind mit dem Abstieg abgefunden. Im „Sky“-Interview sagt er: „Wir sollten jetzt die Saison selbstkritisch und konstruktiv im Hinblick auf die neue Saison in der 2. Liga analysieren.“
Ein kuriose Rangeschichte im Abstiegskampf: Der Japaner Takuma Asano wird gar nicht mehr zum Einsatz kommen. Doll wurde von Kind schriftlich angewiesen, aus wirtschaftlichen Gründen bis auf weiteres auf ihn zu verzichten. Andernfalls wäre für den Mittelfeldspieler, der formell beim FC Arsenal in London unter Vertrag steht, eine Ablösesumme zwischen 3,0 und 3,5 Millionen Euro fällig. „Das habe ich in meinen 18 Trainerjahren so noch nie erlebt. Aber ich bin Angestellter des Vereins und der Verein ist wichtiger als jeder Angestellte“, sagte Doll – es klang etwas gequält. sid